Zwei Koffer mit Marihuana sind spurlos verschwunden. Die drei Angeklagten schweigen zur Tat.

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Andreas Bischof

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Düsseldorf. Todesangst hatte ein 22-Jähriger, der an Händen und Füßen gefesselt in einer Rather Wohnung festgehalten wurde. Doch dem jungen Mann gelang es, das Klebeband langsam zu lockern. Als drei seiner Peiniger zu einer Raucherpause vor der Tür waren, nutzte er die Chance und flüchtete mit einem Sprung durch das Fenster. Seit gestern müssen sich drei Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren wegen erpresserischen Menschenraubes vor dem Landgericht verantworten.

Wie das Opfer aussagte, ging es um zwei Koffer, in denen sich „Blätter, die gestunken haben“ befanden. Auf Nachfrage der Richterin stellte sich heraus, dass es sich dabei um etwa drei Kilogramm Marihuana gehandelt haben soll. Das Rauschgift sollte der 22-Jährige an einen Araber übergeben. Doch als die beiden an der Wohnung in Rath ankamen, waren die Koffer angeblich verschwunden.

Das brachte zwei bislang unbekannte Hintermänner aus Holland auf den Plan, denen das Rauschgift gehört hatte. „Die suchten den Verantwortlichen für den Diebstahl“, erklärte der 22-Jährige, der unter einem Vorwand noch einmal in die Wohnung nach Rath gelockt wurde.

Dort warteten schon die Holländer und die drei Angeklagten auf ihn. Er sei geschlagen, getreten, gefesselt und mit einer Pistole bedroht worden. Dann sei damit gedroht worden, dass die Niederländer ihn mitnehmen und töten werden.

Nach dem Sprung, bei dem sich das Opfer schwere Prellungen an Schulter, Rücken und Nacken zuzog, stoppte der 22-Jährige eine Autofahrerin, die dann die Polizei rief. Die drei Angeklagten machten gestern zur Tat keine Angaben. Der Prozess wird am 22. Oktober fortgesetzt. Nach den Niederländern wird derweil immer noch gefahndet.

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