Jan-Wellem-Riesling oder Düsselperlen: Mit Erfolg bieten inzwischen auch lokale Weinhändler den Schaumwein an.

Jan-Wellem-Riesling oder Düsselperlen: Mit Erfolg bieten inzwischen auch lokale Weinhändler den Schaumwein an.
Bernd und Regina Bolten präsentieren in ihrer Weinhandlung in Itter auch eigenen Sekt.

Bernd und Regina Bolten präsentieren in ihrer Weinhandlung in Itter auch eigenen Sekt.

Den „Düsselperlen-Sekt“ verkauft Birgit Felzmann in ihrem Geschäft „Anderweinig“ an der Hohe Straße gut.

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Bernd und Regina Bolten präsentieren in ihrer Weinhandlung in Itter auch eigenen Sekt.

Sekt und Silvester gehören einfach zusammen, dann muss es im Glas perlen. Kaum jemand mag darauf verzichten, mit Freunden und Verwandten auf das neue Jahr anzustoßen. Deutsche Weinfreunde sind mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von fast vier Litern Weltmeister im Sektkonsum. Mit großem Erfolg bieten mittlerweile lokale Weinhändler auch exklusiv für Düsseldorf abgefüllte Schaumweinprodukte an.

Bernd Bolten kam schon vor zehn Jahren auf die prickelnde Idee: „Es hat mich seinerzeit ein wenig geärgert, dass bei offiziellen Empfängen im Rathaus Champagner gereicht wird statt eines lokalen Produktes“, erklärt der Weinhändler, der seit genau 40 Jahren einen Weinhandel in Itter betreibt. Der 70-Jährige bietet die Edition Jan-Wellem-Riesling-Sekt extra trocken an zum Preis von 9,50 Euro pro Flasche. Mehr als 1000 Flaschen Perlenwasser verkauft Bolten pro Jahr, Tendenz steigend.

Beim Sekt kommt es auch darauf an, woraus er getrunken wird

„Es ist ein spezielles Produkt aus Düsseldorf und nicht nur bei Touristen sehr beliebt. Auch diverse Vereine bestellen bei mir, weil sie den Riesling-Sekt schätzen.“ Sein Jan-Wellem-Sekt ist ein hundertprozentiger Riesling-Sekt aus Rüdesheim. Nicht zu trocken, nicht zu süß, mit ausgewogener Fruchtnote, elegantem Säurespiel und cremiger Perlage schmecke er sehr erfrischend.

„Wichtig ist allerdings auch, wie er getrunken wird“, fügt Bolten hinzu. „Weder Schale noch Flöte sind gute Sektgläser, das waren Modeerscheinungen in der 60er und 70er Jahren. Das beste Geschmacks-erlebnis gibt es mit konisch zulaufenden Sektgläsern und die dürfen nur bis zur bauchigen Stelle gefüllt werden“, berichtet der Fachmann. Und auch bei der Temperatur hat er ganz eigene Vorstellungen: „In Fachkreisen sagt man, Sekt solle bei sechs bis acht Grad getrunken werden. Ich trinke ihn bei zehn Grad, dann habe ich ein deutlich größeres Duft- und Geschmackserlebnis!“.

Die „Düsselperlen“ – ein Chardonnay-Sekt

Birgit Felzmann ist seit 30 Jahren im Weineinzelhandel tätig. Seit anderthalb Jahren führt sie an der Hohe Straße ihr Geschäft „Anderweinig“ und bietet seit Herbst dort auch die „Düsselperlen“ an. „Wir haben in Düsseldorf eigenen Senf und eigenes Bier. Da passt auch noch eine lokale Sekt-Edition gut zu uns.“

600 Flaschen „Düsselperlen“ hat sie in den vergangenen drei Monaten bereits verkauft zum Preis von 11,45 Euro pro Flasche. „Ich habe mich für einen Chardonnay-Sekt entschieden. Diese Traube kennt und mag jeder und ich will ja einen Sekt für jedermann anbieten können“, sagt sie.

Die 49-Jährige trinkt ihren Sekt am liebsten aus einem Tulpenglas mit Moussierpunkt: „An dieser winzigen, aufgerauten Stelle kann sich das im Getränk gelöste Kohlenstoffdioxyd leichter zu einer Blase entwickeln und dann aufperlen oder moussieren“, erklärt sie. „Probieren Sie die Düsselperlen mal zu einem Schoko-Dessert oder als Vorspeise zu Austern, einfach göttlich!“, schwärmt sie.

Wenn die Flasche Sekt nicht ganz geleert werden sollte, rät sie dringend davon ab, die Flasche mit einen Löffel in den Kühlschrank zu stellen: „Das funktioniert nicht. Ein Löffel im Flaschenhals verhindert nicht, dass Sekt über Nacht schal wird. Die Kohlensäure hält sich nur in der Flasche, wenn sie mit einem vernünftigen Verschluss mit Gummilippe verschlossen wird.“

Noch besser sei es allerdings, die Flasche gleich ganz zu leeren...

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