Unsere Kulturredakteure haben den Lesern Bilk und das Viertel rund um den Worringer Platz vorgestellt.

Unsere Kulturredakteure haben den Lesern Bilk und das Viertel rund um den Worringer Platz vorgestellt.
Christian Oscar Gazsi Laki (r.) neben Künstlerin Katarzyna Cudnik.

Christian Oscar Gazsi Laki (r.) neben Künstlerin Katarzyna Cudnik.

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Christian Oscar Gazsi Laki (r.) neben Künstlerin Katarzyna Cudnik.

Eigentlich gibt es ja zwei Nächte der Museen: eine, bei der man die Gelegenheit hat, bis 2 Uhr mehrere Schauen in den großen Häusern zu besuchen, und eine für Entdeckungen. Dieses Noch-mal-neu-Kennenlernen der eigenen Stadt war in diesem Jahr vor allem in Bilk und rund um den Worringer Platz möglich. Dort waren unsere Leser mit den Kulturredakteuren Thomas Frank und Christian Oscar Gazsi Laki unterwegs.

Nach Bilk kamen die WZ-Leser nicht nur aus Düsseldorf, sondern auch aus Burscheid, Kempen und Krefeld, um in die alternative Kulturszene einzutauchen.

Unsere Kulturredakteure haben den Lesern Bilk und das Viertel rund um den Worringer Platz vorgestellt.
Foto: Thomas Frank

Mark (l.) und Sigrid Mildenberger mit Maler Cornelius Quabeck vor seinen Mitarbeiter-Porträts,

Die Tour führte zunächst in die miteinander benachbarten Atelier- und Ausstellungsräume „Kunstraum Brunnen 10“ und „Art4Bilk“, wo es eine Mode-Performance, Malerei, Marionetten und Schmuck zu sehen gab. Die Finanzierung beider Kunstorte ist gesichert, denn ihre Mieter arbeiten hauptberuflich als Journalisten oder Chemiker.

Düstere Aussichten dagegen für die „Brause“. Interaktive Installationen wie „Der Golem von Bilk“ von Streetart-Künstler Sebastian Kalitzki werden in der einstigen Tankstelle bald passé sein. Genauso wie bald keine Ausstellungen oder Konzerte mehr im „Boui Boui Bilk“ veranstaltet werden. Beide Kulturstätten werden abgerissen.

Leser sind überrascht von der kulturellen Vielfalt in der Stadt

Abschließend ging es in eine exklusive Gegenwelt im Hinterhof: die bunten und lichtreichen Büroräume des Mobilfunkanbieters „sipgate“. Mit viel Kunst an den Wänden. Etwa vom Düsseldorfer Maler Cornelius Quabeck, der 120 Tusche-Porträts von Mitarbeitern des Konzerns anfertigte. Ein Auftragsprojekt, über das er ausführlich mit unseren Lesern sprach.

Die zeigten sich insgesamt überrascht und fasziniert von der kulturellen Vielfalt im Szeneviertel. So bilanzierte Mark Mildenberger, der mit seiner Frau aus dem angrenzenden Hamm anreiste: „Wir hätten nicht erwartet, dass es so viele lebhafte kreative Plätze bei uns vor der Haustür gibt.“

Christian Oscar Gazsi Laki begrüßte seine Gäste mit einem charmanten Satz: „Schön, dass Sie dem Worringer Platz eine Chance geben.“ Tatsächlich erforderte der Ort an der Grenze zwischen Stadtmitte und Flingern ein wenig Mut und einen guten Orientierungssinn. Dementsprechend viele Besucher der Nacht der Museen nahmen immer wieder ihr Heftchen zur Hand, um eines der gleich neun Ziele am Worringer Platz zu finden. Nur die wenigsten kannten sich dort vorher schon aus. Und so stellten auch die Teilnehmer unserer Führung fest: „Hier hat sich was getan.“

Diverse Pläne, den Platz zu beleben, sind in der Vergangenheit gescheitert, nun hat sich ohne Druck tatsächlich eine vorsichtige Entwicklung ergeben – auch dank großer Anziehungspunkte wie dem ausgelagerten Schauspielhaus oder dem Hotel Friends.

Im Glashaus hörte man die Live-Geräusche eines Gletschers

Die Szene ist vor allem in Hinterhöfen beheimatet, dort ist Raum für Experimente, der fleißig genutzt wird. Das war bei der Führung zum Beispiel an der Worringer Straße 103 zu erleben: Zwischen zwei Döner-Restaurants geht es in einen Hof, in dem Künstler Fotografie, Malerei und Bildhauerei mit musikalischen Installationen kombinierten.

Einen der schönsten Orte der gesamten Nacht lernten die WZ-Leser im atmosphärischen Hof an der Worringer Straße 57 kennen, der neben den Arbeiten verschiedener Künstler in vielen Räumen und im Keller auch gediegene Musik und Lichtinstallationen bot.

Der Besuch am Glashaus auf dem Worringer Platz fiel vor allem schräg aus. Dort hat Kalle Lara eine Telefonnummer angebracht, über die man live nach Österreich geschaltet wird und einen Gletscher hört. Das amüsante Ergebnis bei unserer Führung: Entweder war besetzt oder es war sehr sehr ruhig am Gletscher.

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