Zahlreiche Schützen zogen mit großen Musikzügen zum Gertrudisplatz und legten den Verkehr lahm.

Eller
Die Könige Sarah Eisenmann, Marcel Schwarzbrunn, Carina Sinndorf (unten von li.); Maike Thim, Michael Schmitz, Petra Engel sowie Schützenchef Lothar Adams (obere Reihe von li).

Die Könige Sarah Eisenmann, Marcel Schwarzbrunn, Carina Sinndorf (unten von li.); Maike Thim, Michael Schmitz, Petra Engel sowie Schützenchef Lothar Adams (obere Reihe von li).

Judith Michaelis

Die Könige Sarah Eisenmann, Marcel Schwarzbrunn, Carina Sinndorf (unten von li.); Maike Thim, Michael Schmitz, Petra Engel sowie Schützenchef Lothar Adams (obere Reihe von li).

Düsseldorf. Als die Schützen aus Eller am Sonntagnachmittag zum Festzug aufbrachen, stand der Verkehr still. Dafür machten sich die elf Musikkapellen umso lauter bemerkbar. Die zwei Bataillone wurden von Herolden angeführt. Gleich darauf folgten das Regiments-Tambour- und Fanfarencorps sowie die Regiments-Rhythmik-Fanfaren, beides starke Musikgruppen innerhalb des Regiments. Damit noch nicht genug, zog auch die Blaskapelle Alex Sojka mit. 700 Kameraden waren unterwegs, denn die Elleraner stellen eines der größten Regimenter außerhalb der Innenstadt; und sie haben viele Freunde.

Zehn Kutschen waren im Einsatz, darunter gab es eine Besonderheit. Denn Regimentskönig Lothar Adams hatte neben sich Wilhelm Sebastian Lahm sitzen, der seit 70 (!) Jahren Schütze in Eller ist und längst alle Auszeichnungen abgesahnt hat. Er ist sogar Träger des Ehrenschilds, ist seit 61 Jahren verheiratet, und erklärt nur zu gern: „Es liegt mir so auf der Zung, ich bin und bleib’ ein Ellere Jung“.

Schausteller an der Heidelberger Straße halten zusammen

Im Mittelpunkt bei der Parade auf dem Gertrudisplatz stand das amtierende Königspaar Michael Schmitz (56) und Petra Engel. Schmitz ist Regimentskassierer und Ehrenkassierer. Er kann glänzend mit Zahlen umgehen, denn er ist Bilanzbuchhalter von Beruf. Seine Königin Petra fiel durch ihr schlichtes, langes Seidenkleid mit Pailletten auf. Das Modell hatte sie sich in den USA besorgt. Beide erklärten spontan: „Wir wurden von allen Gesellschaften königlich bewirtet“.

Die Schützen aus Eller haben viele Besonderheiten. Dazu zählt der schönste Schützenplatz von Düsseldorf an der Heidelberger Straße, einen Katzensprung vom Schloss entfernt. Berühmt ist die große Kirmes, in der es keine Lücken gibt. Mehr noch, die Schausteller halten so sehr zusammen, dass sie sich schon am Abend vor Beginn des Festes zu einem Grillabend treffen. Diesmal gab es sogar erstmals die Einsegnung eines neuen Schausteller-Geschäftes auf dem Platz, mit einem eigenen Schausteller-Pfarrer. Als die Schützen davon erfuhren, sorgten sie spontan für Musik und für einen Blumenstrauß.

Am Montag ist Klompenball und Krönungsball für die Majestäten

Schützenchef Lothar Adams ist erfindungsreich, er bietet immer wieder Neuigkeiten im Ablauf des Festes. So wurden unter dem Motto „Kinder brauchen Liebe“ Knochenmarkspender gesucht und später Ehrenurkunden an das Regenbogenland und den Weißen Ring verteilt.

Am Montag startet ab 11 Uhr der erste Klompenball an der Heidelberger Straße. Geladen ist jedermann, der Holzschuhe, Trachtenkostüm oder Lederhose hat. Wer etwa jodeln oder schuhplatteln kann, gilt als Favorit. Eingeladen sind alle Klompenkönige der Umgebung, denn vor allem im Süden der Stadt sind die Klompen an den Füßen etwas Selbstverständliches. Und Lothar Adams sagt: „Wir suchen die Nähe zur Bevölkerung.“

Um 19 Uhr ist Aufmarsch zum großen Krönungsball im Festzelt. Dann wird der neue Schützenkönig Peter Hoffmanns (49) von den Schill’schen Offizieren gekrönt. Er ist Produktmanager in der IT-Branche und hat sich Tanja Krüger zur Königin genommen. Es musiziert die Tim-Kriete-Band, gefolgt von einem Show Programm der Jungen Trompeter. Mit dem Großen Zapfenstreich schließt um 22.30 Uhr das Fest.

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