Düsseldorf trotzt dem Schnee mit viel Personal im Winterdienst. Der Frost bleibt vorerst.

winter
Die kleine Solveig (anderthalb Jahre alt) spaziert an der Hand ihres Opas durch den Schnee auf der Blumenstraße.

Die kleine Solveig (anderthalb Jahre alt) spaziert an der Hand ihres Opas durch den Schnee auf der Blumenstraße.

Am Dienstag gesperrt wegen Schneefalls: der Sportplatz von Tusa 06 an der Fleher Straße.

Sergej Lepke, Bild 1 von 2

Die kleine Solveig (anderthalb Jahre alt) spaziert an der Hand ihres Opas durch den Schnee auf der Blumenstraße.

Düsseldorf. Es scheint, als wären die Düsseldorfer so langsam echte Schneehasen. Legte plötzlicher Schneefall die Stadt noch vor zwei Jahren zu Weihnachten fast komplett lahm, so heißt es dieser Tage von den meisten Stellen: Alles läuft. „Die Unfall-Lage ist unauffällig“, heißt es am Dienstag etwa von der Polizei. Zwar habe am Morgen auf den Einfallstraßen und Autobahnen „zeitweise Stillstand“ geherrscht, sagt Sprecher André Hartwich. Doch Zusammenstöße gab es wenige und die waren harmlos.

Konsequenzen hatten sie mitunter dennoch: Um kurz vor 6 Uhr fuhr sich ein Lkw an der Ludenberger Straße in Gerresheim fest. Dadurch wurden die Straßenbahnen über eine Stunde lang ausgebremst. Ansonsten sei „alles gut“, sagte Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Sieben Bahnen seien in der Nacht „Spur gefahren“, um die Gleise frei von Schnee zu halten. Mit Erfolg. Nur die Buslinien Richtung Mettmann hätten Probleme gehabt: „Sie fuhren – aber nicht nach Plan.“

Neun Fußgänger stürzen auf glatten Straßen

Auch am Flughafen waren die Startbahnen pünktlich zu Betriebsbeginn um 6 Uhr geräumt. Neun Flüge wurden dennoch über den Tag gestrichen – am Vortag 17 –, laut Sprecherin Verena Wefers handelte es sich aber meist schlicht um Zusammenlegungen von Flügen. Verspätungen von bis zu 30 Minuten gab es dennoch, weil die Enteisung der Flugzeuge etwas Zeit brauchte.

Gefährlich ist das Winterwetter offenbar vor allem für diejenigen, die zu Fuß unterwegs sind. An der Grafenberger Allee stürzte am Dienstagvormittag eine Frau und kam mit Verdacht auf einen Oberschenkelhalsbruch in die Klinik. Zu acht weiteren schweren Stürzen rückte die Feuerwehr bis zum Mittag aus. Zudem musste an der Bankstraße in Golzheim eine Schneeplatte mit der Drehleiter entfernt werden, die auf den Gehweg zu fallen drohte.

Die Awista, die Dienstagmorgen „das volle Programm gefahren“ ist, wie Elke Brauer erklärt, hat auch am Mittwoch 117 Mitarbeiter und 54 Fahrzeuge in Bereitschaft, um ab 5 Uhr neben den Straßen auch Über- und Radwege zu räumen.

Die Stadt erinnert daran, dass Hauseigentümer bis 7 Uhr früh die Gehwege räumen müssen. Zudem bittet das Umweltamt darum, Split statt Salz zu streuen.

Die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus bietet in diesem Winter eine zusätzliche Schlafstelle für Obdachlose an der Prinz-Georg-Straße an. Die bisherige Notschlafstelle Berger Kirche wird renoviert. Trotz der Angebote schlafen laut Stadt 200 bis 300 Menschen ganzjährig auf der Straße.

Allerdings gibt es laut Meteorologin Cornelia Urban vom Deutschen Wetterdienst nur noch leichten Schneefall in Düsseldorf. „Aber es bleibt frostig.“ Bis zu minus drei Grad am Tag und bis zu minus sieben in den kommenden Nächten. Erst am Wochenende ist für Frostbeulen Erleichterung in Sicht – dann könnte von Süden wärmere Luft hereinströmen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer