Skytrainzüge und Aufzüge standen, 80 Ampeln fielen aus, Läden schlossen – weil ganz kurz der Strom weg war.

Panne
Am Worringer Platz fuhren Autos aus mehreren Richtungen gleichzeitig auf die Kreuzung. Die Ampeln funktionierten nicht.

Am Worringer Platz fuhren Autos aus mehreren Richtungen gleichzeitig auf die Kreuzung. Die Ampeln funktionierten nicht.

Auf der Belsenstraße blieben die Ampeln auch am Abend noch dunkel, der Verkehr staute sich.

Stephan Henn, Bild 1 von 2

Am Worringer Platz fuhren Autos aus mehreren Richtungen gleichzeitig auf die Kreuzung. Die Ampeln funktionierten nicht.

Düsseldorf. Nur für einen Sekundenbruchteil fiel am Dienstag um 14.18 Uhr im Umspannwerk an der Lausward der Strom aus, die Folgen waren jedoch stundenlang in nahezu der ganzen Stadt spürbar. Nur der Süden jenseits von Bilk blieb verschont. Zahlreiche computergestützte elektronische Systeme mussten erst wieder in Gang gebracht werden. Vielerorts fielen Telefonanlagen aus und brachen Internetverbindungen zusammen, etwa bei der Bundesagentur für Arbeit.

Am Flughafen blieb der Skytrain stehen: Drei Züge mit 90 Passagieren hingen eine Dreiviertelstunde lang fest, wie ein Sprecher mitteilte. Massive Verkehrsprobleme gab es auch auf den Straßen. 80 Ampeln waren plötzlich schwarz, teilweise bis zum Abend. Techniker mussten alle Anlagen einzeln anfahren und reparieren. Auf dem Lastring oder am Mörsenbroicher Ei führte das zu Staus. Viele Autofahrer riefen sogar bei der Polizei an, weil sie mangels Ampeln nicht wussten, wie sich verhalten sollten. Sie erhielten einen Verweis auf die auch an Ampelkreuzungen angebrachten Verkehrsschilder. Zu Unfällen kam es jedoch nicht vermehrt.

Auch in den Kinos war die Leinwand plötzlich schwarz

Allerdings ist wohl ein Feuer auf den Stromausfall zurückzuführen. Denn unmittelbar danach brannte der Heizlüfter in der Lackierkabine eines Autohauses an der Theodorstraße. Mitarbeiter löschten die Flammen noch bevor die Feuerwehr eintraf.

Auch die Rheinbahn war von dem „Spannungseinbruch“, so der Fachausdruck der Stadtwerke, betroffen. Busse und Bahnen standen aufgrund der ausgefallenen Ampeln im Stau. Es kam zu Verspätungen. Außerdem waren Mitarbeiter im Einsatz, um ausgefallene Rolltreppen und Aufzüge wieder in Gang zusetzen. An der Station Heine-Allee waren zwei Personen elf Minuten lang in einem Fahrstuhl gefangen.

Sogar 20 Minuten steckte eine Mitarbeiterin von Breuninger im Aufzug fest. Nur bei Notbeleuchtung ging der Betrieb bei Breuninger weiter. Anders in der Mayerschen Buchhandlung: Dort hing ein Zettel in der Tür: „Wegen Stromausfall geschlossen“.

 Das Umspannwerk an der Lausward ist eines von mehreren in der Stadt. Die Spannungsebene des Kraftwerks wird dort umgewandelt und der Strom weitertransportiert.

Eine ähnliche Funktion übernehmen Trafostationen. Sie verteilen den Strom auf die Haushalte und geben ihn mit der im Ortsnetz verwendeten Spannung ab.

Unterbrochen wurde auch der Betrieb in den Kinos. Im UCI gingen alle Projektoren aus, die erst wieder hochgefahren werden mussten. „Das haben wir in diesem Jahr schon zum zweiten oder dritten Mal gehabt“, sagt ein Sprecher. Zuvor sei das nie vorgekommen. Dass es vermehrt zu Stromausfällen oder Spannungeinbrüchen in Düsseldorf komme, schloss Stadtwerkesprecherin Christina Näckel auf WZ-Nachfrage jedoch aus.

© WhatsBroadcast

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