Die Kosten für den Leerstand liegen jetzt schon bei fast fünf Millionen Euro.

Die Kosten für den Leerstand liegen jetzt schon bei fast fünf Millionen Euro.
Die alte Kämmerei am Marktplatz ist ein sehr teurer Sanierungsfall.

Die alte Kämmerei am Marktplatz ist ein sehr teurer Sanierungsfall.

Kämmerin Dorothée Schneider informierte im Bauausschuss.

CDU-Ratsherr Andreas Hartnigk kritisiert die Stadt.

David Young, Bild 1 von 3

Die alte Kämmerei am Marktplatz ist ein sehr teurer Sanierungsfall.

Düsseldorf. Seit Oktober 2014 steht das Verwaltungsgebäude Alte Kämmerei am Marktplatz 5-6 leer. Und das kostet die Stadt eine Stange Geld. So laufen monatlich Kosten von 141 000 Euro für die Miete von Ausweichquartieren für die Mitarbeiter von Kämmerei, Stadtkasse und Steueramt auf. Hinzu kommen rund 33 000 Euro für Leerstandskosten – also etwa Frostschutz, Reinigung und Bewachung. 4,7 Millionen Euro musste die Stadt deshalb bislang für den dringend sanierungsbedürftigen Bau aus den 50er Jahren zahlen – wenn man so will, nur fürs Leerstehen.

Fertiggestellt werden kann die Kämmerei frühestens 2019

Aufgrund von Kosten von rund 22 Millionen Euro bei klammer Stadtkasse stoppten SPD, Grüne und FDP die bereits ausgearbeiteten Sanierungspläne der Verwaltung im Jahr 2015. Ein externer Gutachter rechnete aus, dass eine öffentlich-private Partnerschaft kostengünstiger sein würde. Das heißt: Ein Investor übernimmt und saniert das Gebäude und vermietet es wiederum an die Stadt. 2,3 Millionen Euro sollten so bei einer Mietdauer von 30 Jahren gespart werden.

Doch jetzt wird immer klarer, wie schwierig die Suche nach einem Investor ist. Im Bauausschuss erklärte Kämmerin Dorothée Schneider am Dienstag, dass sie überrascht davon sei, wie wenig Bewerber es gebe. Eine genau Zahl nennt sie mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Nach WZ-Informationen liegt sie allerdings nach Ablauf der Frist von wenigen Tagen in einem niedrigen einstelligen Bereich.

Fraglich ist zudem, ob einer der Interessenten aus Sicht der Stadt überhaupt in der Lage ist, den vorgegebenen Auftrag zu erfüllen. Und erst wenn diese Voraussetzung gegeben wäre, würden die Bewerber in einem zweiten Schritt konkrete Angebote machen.

Sollte kein Investor gefunden werden, gibt es laut Schneider drei Optionen für das weitere Vorgehen. Verkauf, Auftrag an eine Stadttochter oder Sanierung in Eigenregie. Vom Zeitplan her macht das aus Sicht der Verwaltung keinen Unterschied. „Sowohl bei Beauftragung eines privaten Investors als auch bei einer Eigenrealisierung wird von einem Baubeginn bis Mitte 2018 ausgegangen. Die bauliche Fertigstellung ist für Ende des zweiten Quartals 2019 vorgesehen.“

Zwar liegen die monatlichen Belastungen bis dahin etwas niedriger, da die Bewachung des Gebäudes nicht mehr nötig ist und eine automatische Feueralarmanlage eingebaut wurde. Dennoch: Bis dahin dürften noch einmal Kosten von mindestens 4,5 Millionen Euro anfallen.

Für Andreas Hartnigk, Vorsitzender des Bauausschusses und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, ist deshalb klar: „Der steuerliche Vorteil durch das öffentlich-private Modell dürfte bis dahin längst aufgebraucht sein.“ Schneider hält allerdings dagegen: „Diese Kosten sind schon eingepreist.“

© WhatsBroadcast

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