50-Jähriger Gastronom soll Steuern jahrelang hinterzogen haben.

Seine Lokale im Medien-Hafen galten als Tipp mit hohem Promi-Faktor. Der 50-Jährige gehörte zu den Top-Gastronomen der Stadt. Die Lokale sind längst in die Insolvenz gegangen, schon seit Jahren wohnt der Mann in London. Jetzt kann man ihm öfter mal wieder in Düsseldorf begegnen. Denn vor dem Landgericht begann gestern der Prozess wegen gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung und des Vorhaltens von Arbeitsentgelt. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es um mehr als fünf Millionen Euro.

Vier verschiedene Gesellschaften hat der Gastronom bis 2008 als Gesellschafter und Geschäftsführer geleitet. Bei einer Betriebsprüfung waren dann erhebliche Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. So seien nur „vereinzelte Kassendaten“ gefunden worden. Stattdessen wurden Belege mit dem Hinweis „Bitte neu schreiben“ sichergestellt.

Skulptur und Gemälde für das Privat-Haus abgerechnet?

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden Löhne falsch angegeben. Arbeitnehmer seien gar nicht oder nicht korrekt angemeldet worden. Außerdem habe der 50-Jährige private Ausgaben über die Firmen abgerechnet. So sollen Möbel, eine Skulptur und ein Gemälde für das Einfamilienhaus angeschafft worden sein.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten bestritt die Vorwürfe, die allesamt nur auf Schätzungen des Finanzamtes beruhen würden. Gegen alle Bescheide sei Klage eingereicht worden. Wegen der Insolvenz der Firmen sei darüber nicht vor dem Finanzgericht verhandelt worden. Außerdem ist die Anklage schon sieben Jahre alt. Bis zum 28. Februar sind neun Verhandlungstage angesetzt.

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