Einige Bewohner der Unterkunft für Flüchtlinge filmten den Brand und lachten sogar.

Einige Bewohner der Unterkunft für Flüchtlinge filmten den Brand und lachten sogar.
Die Flammen waren kilometerweit zu sehen. In der Messehalle spielten sich derweil zum Teil bizarre Szenen ab, wie auf Handy-Videos zu sehen ist.

Die Flammen waren kilometerweit zu sehen. In der Messehalle spielten sich derweil zum Teil bizarre Szenen ab, wie auf Handy-Videos zu sehen ist.

Sigfried Alder

Die Flammen waren kilometerweit zu sehen. In der Messehalle spielten sich derweil zum Teil bizarre Szenen ab, wie auf Handy-Videos zu sehen ist.

Düsseldorf. Gab es Warnsignale, die man hätte ernst nehmen müssen? Oder kam der Brand der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Messehalle am Ende doch praktisch ohne Vorwarnung? Diese Fragen versucht das Landgericht im Prozess gegen Adel Z. und Mohamed B., beide 27 Jahre alt, zu klären. Der Algerier und der Marokkaner sollen für den Brand der ehemaligen Messehalle 18 verantwortlich sein, die am 7. Juni vergangenen Jahres in Flammen aufging. Dabei war ein Sachschaden von rund zehn Millionen Euro entstanden.

Inzwischen wurden eine ganze Reihe Zeugen vernommen – mit deutlich unterschiedlichen Aussagen. „Viele haben getrunken und Rauschgift genommen“, berichtete am Mittwoch ein Flüchtlingshelfer des DRK, der von Beginn an in der Unterkunft tätig war. Das seien aber meist immer wieder die gleichen Personen gewesen. Trotzdem habe es keine schweren Auseinandersetzungen gegeben. Einen der Angeklagten beschrieb der 64-Jährige als „Stänkerer“, der sich immer wieder beschwert habe.

Am Tag vor dem Brand sei es zu einem Streit übers Essen gekommen, weil die Mahlzeiten während des Ramadans zu verschiedenen Zeiten ausgegeben wurden. Davon habe der Mann aber nichts mitbekommen: „Am 7. Juni war ich in der Frühschicht bei der Essenausgabe.“ Da sei es völlig ruhig gewesen.

Handy-Videos zeigen Szenen aus dem brennenden Gebäude

Zwei Mitarbeiter einer Catering-Firma, die für das DRK arbeiteten, beschrieben eine ganz andere Situation. Danach wären die Verhältnisse in der Unterkunft unerträglich gewesen. Sie seien von den Flüchtlingen immer wieder übel beschimpft worden.

Verstörende Szenen sind auch auf vier Handy-Videos festgehalten, die offensichtlich von Bewohnern der Halle gemacht worden waren. Auf einem Film ist zu sehen, wie aus dem hinteren Teil des Gebäudes schon meterhohe Flammen schlagen. Davor sieht man Flüchtlinge, die keineswegs in Panik fliehen, sondern sich das Feuer interessiert anschauen. Andere Zeugen hatten ausgesagt, dass sie vor der Halle Flüchtlinge mit gepackten Sachen gesehen hätten, „so als wenn sie auf dem Weg zum Flughafen gewesen wären“.

Am 7. Juni 2016 war die ehemalige Messehalle 18 innerhalb von wenigen Minuten in Flammen aufgegangen. 282 Flüchtlinge hatte dort gewohnt. Bei dem Brand war ein Sachschaden von rund zehn Millionen Euro entstanden.

Drei andere Videos sind von außen aufgenommen worden und zeigen die lichterloh brennende Halle. Zu hören sind verschiedene Stimmen auf Arabisch und mehrmals auch lachende Menschen. Ob die sich über den Brand lustig machen oder einfach froh sind, entkommen zu sein, weiß das Gericht nicht. Die genaue Herkunft der Handy-Aufnahmen konnte zum Teil nicht geklärt werden.

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