Künstler Phillip  Schulze begleitet ein Musik-Experiment.

interview
Phillip Schulze wuchs im Umfeld von Nam June Paik und Joseph Beuys auf.

Phillip Schulze wuchs im Umfeld von Nam June Paik und Joseph Beuys auf.

Phillip Schulze wuchs im Umfeld von Nam June Paik und Joseph Beuys auf.

Düsseldorf. Medienkünstler Phillip Schulze hat in New York gelebt und in Singapur geforscht. Nach zehn Jahren ist der gebürtige Düsseldorfer in seine Heimatstadt zurückgekehrt und begleitet als Mentor das Projekt „Interface – Werkstatt für experimentelle Sound-Art“ des FFT. Eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse beginnt am 21. Januar um 18 Uhr in der Kasernenstraße 6 und am 22. Januar um 18 Uhr in der Jahnstraße 3. Informationen dazu und zu Workshops für Laien unter Telefon 876 787 0.

Herr Schulze, können Sie experimentelle Sound-Art für Nichtkenner erklären?

Schulze: Das Experimentieren ist entscheidend. Es geht um Klang, um Musik, die nicht unbedingt durch harmonische Verhältnisse strukturiert ist. Man geht zurück auf den Klang selbst. Für mich persönlich ist das etwas Physikalisches, etwas im Raum, das ich formen kann.

Kommen bei Ihnen klassische Instrumente zum Einsatz?

Schulze: Das kann sein. Jedes Instrument und jedes Medium hat seine eigenen Stärken und Möglichkeiten. Es liegt daran, was ich ausdrücken möchte. Das kann mal das Video sein, in einer anderen Situation ist es Licht oder auch ein Cello.

Im Vergleich zum klassischen Konzert – wie wichtig ist für Ihre Kunst der Konzertsaal?

Schulze: Der Raum ist sehr wichtig. Im Gegensatz zu Notationen oder Aufführungen, die immer wieder wiederholt werden und keine Parameter in sich tragen, die auf die gegebene Situation eingehen. Was mich hingegen interessiert ist für bestimmte Räume, auch für Konzertsäle, Klang zu konzipieren. Wenn ich live Musik spiele, wird der Klang auch durch den Raum generiert, etwa durch Rückkopplungssysteme.

Brauchen Ihre Zuhörer Erfahrungen mit experimenteller Klangkunst?

Schulze: Man muss offen sein und sich drauf einlassen. Das ist der wichtige Schritt. Die Strukturierung von Klang in der abendländischen Musik nehmen wir meist als gegeben an, da wir ihr seit der Kindheit ausgesetzt sind. Das ist aber nur eine Art der Strukturierung. Es gibt auch andere. Wie etwa den Klang, den man einfach Klang sein lässt.

Sie haben in New York gelebt, in Singapur geforscht und sind nach zehn Jahren zurück nach Düsseldorf gekommen. Wie empfinden Sie die Szene hier?

Schulze: Düsseldorf hat eine Tradition in der Intermedialität. Fluxus, Beuys oder etwa letzten Sommer die Paik-Ausstellung, das alles beschäftigt sich ja damit. Und man kommt gar nicht darum herum diese Referenten einzubauen. Ich bin einfach in diesem Umfeld aufgewachsen.

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