Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Mitarbeiter der Apothekerbank.

Düsseldorf. Ein Vertriebsleiter der Deutschen Apotheker- und Ärztebank geht zurzeit vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf gegen seine fristlose Kündigung vor. Die Kündigung stützte sich auf den Verdacht, dass der Mann die Sanierung seiner Privat-Terrasse über den Geschäftspartner der Apobank, eine Immobilienfirma in Leipzig, hatte durchführen und abrechnen lassen.

Außerdem soll er einem Kollegen aus dem Vorstand eine Immobilie der Leipziger Firma zu einem „sehr günstigen“ Preis vermittelt haben. Nichts als Verdächtigungen, sagen die Anwälte des Mannes. Die berufliche Existenz des Mannes, der seit 25 Jahren bei der Bank arbeitet, sei zerstört. Die Anwälte wollen Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern.

Apothekerbank sieht ihren Ruf gefährdet

Sie vermuten eine emotionale Überreaktion des Arbeitgebers, weil er seinen guten Ruf gefährdet sieht: Die Bank war im Oktober unter Verdacht geraten, an einem Immobilienskandal beteiligt zu sein. Die Vorwürfe gegen den gekündigten Banker sollen sich im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden ergeben haben. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Unregelmäßigkeiten im Hause der Leipziger Immobilienfirma gegen deren Mitarbeiter ermittelt.

In diesem Zuge hatte ein Zeuge den Verdacht auf Mitarbeiter der Apobank gelenkt: Die Mitarbeiter sollen den Apobank-Kunden bevorzugt Wohnungen der Immobilienfirma vermittelt haben. Dafür sollen Apobank-Mitarbeiter Schmiergelder erhalten haben, so der Verdacht. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen dauern an. Der Zeuge, der den Verdacht in Richtung Apobank gelenkt hatte, zog seine Aussage später zurück, betonen die Anwälte.

Die Apobank sieht sich im Recht: Es gebe „verstärkte Verdachtsmomente“ gegen den Mann, die eine Kündigung rechtfertigten. Die Zahlungsflüsse müssten aber noch geprüft werden. Die Frage, wie viel Zeit die Apobank verstreichen ließ, bevor sie die Kündigung aussprach, muss noch geklärt werden.

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