Düsseldorf. Der Fahrer hatte es aber offensichtlich sehr eilig gehabt: Auf der A59 in Richtung Düsseldorf bedrängte er zunächst eine Opel-Fahrerin solange, bis diese von der linken auf die rechte Spur wechselte. Ein paar hundert Meter weiter fuhr er auf einen Audi dicht auf, der mit 140 km/h unterwegs war, forderte ihn mit Lichthupe auf, die Spur zu wechseln.

Der Audi-Fahrer zeigte den Halter des Sportwagens an, der wiederum legte Einspruch ein. Der Fall landete vor Gericht. Der Halter des Wagens, ein selbstständiger Unternehmensberater, soll sich der Nötigung schuldig gemacht haben. Am Miitwoch gab er an, sich nicht an die Fahrt erinnern zu können. Möglicherweise sei aber sein zwei Jahre jüngerer Bruder mit dem Maserati an jenem Tag unterwegs gewesen.

Um die Zeugen bei ihrer Aussage vor Gericht, wen sie hinter dem Steuer gesehen haben wollen, nicht zu beeinflussen, hatten sich die Brüder beide in einen blauen Anzug mit rot gestreifter Krawatte geworfen. Zwei Zeuginnen konnten den Fahrer nicht identifizieren. Der Audi-Fahrer jedoch war sich sicher: "Er ist es", sagte er und zeigte auf den älteren Bruder.

Er habe ihn im Rückspiegel und während des Passierens beobachtet. Der Richter hatte Zweifel, ob der Fall damit klar sei. Denn der Angeklagte hatte seit der Tat 20 Kilo abgenommen. "Er sieht heute anders aus als damals", meinte der Richter. Das Verfahren wurde deshalb vorläufig eingestellt. Die Auflage: Der Angeklagte muss binnen sechs Monaten 2400 Euro zahlen. arn

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