Keine gütliche Einigung vor dem Arbeitsgericht. Am 1. Februar gibt es eine neue Stelle.

Keine gütliche Einigung vor dem Arbeitsgericht. Am 1. Februar gibt es eine neue Stelle.
Vor Gericht flogen am Mittwoch die Fetzen (v.li.): Carsten Franck, die Anwälte Patrick Mückl und Markus Bohnau, Robert Schäfer.

Vor Gericht flogen am Mittwoch die Fetzen (v.li.): Carsten Franck, die Anwälte Patrick Mückl und Markus Bohnau, Robert Schäfer.

Sergej Lepke

Vor Gericht flogen am Mittwoch die Fetzen (v.li.): Carsten Franck, die Anwälte Patrick Mückl und Markus Bohnau, Robert Schäfer.

Düsseldorf. Ohne Sport-Marketing ist ein erfolgreicher Profi-Club heute undenkbar. 15 Jahre lang hat Carsten Franck den Job für Fortuna Düsseldorf gemacht. Im November bekam der 50-Jährige dann völlig überraschend die Kündigung des Vereins. Angeblich betriebsbedingt. Daran allerdings hat der Sportmarketing-Direktor große Zweifel. Darum wehrt sich Franck gegen seine Kündigung. Gestern scheiterte vor dem Arbeitsgericht der Versuch, die Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen.

Erst morgens war Fortuna-Boss Robert Schäfer vom Trainingslager aus Malta wiedergekommen, um dann gleich in die nächste Schlacht zu ziehen. Diesmal vor dem Arbeitsgericht und es sollte eine unangenehme Partie werden. Mit ungewissem Ausgang.

Vorstands-Internas erwischten Schäfer auf dem falschen Fuß

Franck hatte die Kündigung mit der Begründung erhalten, dass der Verein sich im Marketing neu aufstellen wolle. Die Stelle des Marketing-Direktors werde es nicht mehr geben. Ein Teil der Aufgaben will Schäfer selbst übernehmen, auch externe Dienstleister sollen in Anspruch genommen werden.

Unangenehm wurde es, als Rechtsanwalt Patrick Mückl Internas aus dem Vereinsvorstand vortrug. Denn am 1. Februar besetzt die Fortuna eine Position, die vermutlich auch Marketing-Aufgaben übernehmen soll. Dann wäre eine betriebsbedingte Kündigung möglicherweise unrechtmäßig.

„Ich bin sehr überrascht, dass hier Informationen vorgetragen werden. die nicht öffentlich sind. Das macht mich sehr nachdenklich“, so Schäfers Reaktion. Auf Nachfrage des Richters erklärte der Fortuna-Chef , dass die Stelle nicht im Bereich Marketing angesiedelt sei: „Es geht um die Entwicklung des Vereins als Unternehmen.“ Dies sei eine internationale Position, für die Franck wegen sener fehlenden Auslandserfahrung nicht qualifiziert sei. Was dieser wiederum umgehend bestritt.

Theoretisch besteht auch weiterhin die Möglichkeit, dass sich die beiden Parteien gütlich einigen. Franck wäre bei 1,5 Gehältern pro Arbeitsjahr bereit, einen Vergleich zu unterschreiben. Auf dem Tisch liegt ein Kompromiss von einem Gehalt.

Zunächst gab Richter Jan Green der Fortuna Hausaufgaben auf. Der Verein soll erklären, welche Anforderungen die neue Stelle hat und wie die bisherige Arbeit von Carsten Franck aufgeteilt wird. Am 13. März soll wieder verhandelt werden.

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