Mit Geschichten aus dem Alltag begeistert Comedian Mario Barth in Rath an drei Tagen seine Fans – auch die weiblichen.

Gestenreich und lautstark, so kennen die Fans den Comedian Mario Barth.  (Archiv
Gestenreich und lautstark, so kennen die Fans den Comedian Mario Barth. (Archiv

Gestenreich und lautstark, so kennen die Fans den Comedian Mario Barth. (Archiv

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Gestenreich und lautstark, so kennen die Fans den Comedian Mario Barth. (Archiv

Düsseldorf. "Ich möchte ja nur wissen, ob es diese Frau wirklich gibt, oder ob er sich die nur ausgedacht hat", fragt sich Leonie Tilmans, die am Dienstagabend aus Kleve in den Rather Dome gekommen ist, um sich das neue Programm von Mario Barth anzuschauen. Der hat schon eine Stunde über seine Freundin hergezogen, die den Spanienurlaub zum Straflager macht und die beim Ayurveda-Trip in die Schweiz auf der Suche nach sich selbst ist.

"In vielen Sachen hat er Recht, und lustig ist es auch noch", sagt ihre Freundin Miriam Lowet auf die Frage, ob sie sich bei all der bösen Lästerei nicht auf den Schlips getreten fühlt. "Er sagt doch die Wahrheit, vieles von dem hat man ja schon mal selbst erlebt", pflichtet ihr Martina Merzenich aus Eller zu.

Und tatsächlich ist das, was der Berliner den mehr als 9000 Fans in der ausverkauften Halle erzählt, sehr nah am Alltag. So sein Besuch im Elektromarkt, bei dem alle Mitarbeiter schlagartig verschwunden sind. "Die Türme mit den Sonderposten werden nur als Verstecke gebaut. Wie man schnell wegkommt, lernen die Leute in Trainingscamps in der Wüste von Nevada. Und ist einer zu langsam, kann er immer noch sagen, das ist nicht meine Abteilung", gibt Barth seine Einkaufserlebnisse als die geborene Rampensau so gestenreich wie lautstark zum Besten.

Was Mario Barth darf, darf der Freund noch lange nicht

Dabei wirkt der Mann, der mit seinen Witzen locker große Stadien füllt, nicht wie der große Star auf der Bühne, sondern mehr wie der Kumpel, der den neusten Tratsch aus der Familie am Tresen zum Besten gibt. Die Geschichten selbst sind meist Klassiker - wie der vergebliche Versuch, sich von der eigenen Frau in eine Parklücke einweisen zu lassen, oder das tonnenschwere Gepäck der Partnerin, die am liebsten den gesamten Kleiderschrank mit auf Reisen nimmt. "Unter zwei Koffern und der riesigen Beautybox tut es meine auch nicht, da kannste schon mal verzweifeln", raunt ein Mann in der Vorderreihe seinem Nachbarn zu.

Bei den zahlreich in der Halle erschienen Frauen kommt so eine Lästerei nicht immer gut an: "Wenn ich mitbekomme, dass mein Freund so über mich herzieht, gibt es Ärger. Aber das tut er nicht und schon gar nicht vor so vielen Leuten", sagt Carolin Birnfeld aus Aachen und blickt ihren Michael streng an.

Mario Barth wurde 1972 in Berlin-Mariendorf geboren. Er besuchte eine katholische Privatschule, wo er als Messdiener erste "Bühnenerfahrungen" sammelte. Später arbeitete er als Telekommunikationsanlagen-Elektroniker bevor er 1995 eine Schauspielerausbildung absolvierte. Mit dem Buch "Deutsch-Frau / Frau-Deutsch" schaffte er 2004 als Comedian den Durchbruch. Am 12. Juli 2008 trat Mario Barth im Berliner Olympia-Stadion vor mehr als 70000 Zuschauern auf und ist seitdem mit der größten Comedy-Show Weltrekordhalter.

Stadiontour Im Mai startete er sein aktuelles Programm "Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch!". Am 18. Juni 2011 ist er beispielsweise in der Arena auf Schalke zu Gast.

Allerdings sind die beiden nicht wie Mario und seine Freundin zwölf Jahre, sondern erst elf Monate zusammen. Nach so einer langen Zeit gibt es auch bei der Wohnungsgestaltung schon mal Differenzen. Etwa wenn das Schlafzimmer gestrichen werden muss. Da läuft für die Dame die Farbe unter "Latte Macchiato" während es für Barth eher nach "Kackbraun" ausschaut.

Keine Probleme hat Lore Schmidt aus Bielefeld mit den fiesen Geschichten über den eigenen Partner: "Wenn mein Mann wüsste, was ich meinen Kolleginnen über ihn im Büro erzähle, wären wir vielleicht nicht 24 Jahre verheiratet", sagt die Ostwestfälin mit einem genießerischen Schmunzeln im Gesicht.

Super-Mario läuft derweil zur finalen Hochform auf. Da wird seine Freundin zur Alkoholikerin und Drogenabhängigen deklariert, weil sie ihm das Vergnügen, bei einem Boxkampf neben Bruce Willis zu sitzen, versaut. Und wenn dann Barth als Zugabe auch noch "live" seine Freundin am Handy aufs Korn nimmt, bricht nach gut zwei Stunden ein Jubelsturm los, der nur noch vom üppigen Feuerwerk zum Schluss getoppt wird.

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