Nermina Kukic spielt seit fünf Jahren die Susi Schäfer im Marienhof. Jetzt zog die gebürtige Jugoslawin nach Düsseldorf.

Nermina Kukic freut sich auf ihre Zeit in Düsseldorf.
Nermina Kukic freut sich auf ihre Zeit in Düsseldorf.

Nermina Kukic freut sich auf ihre Zeit in Düsseldorf.

Judith Michaelis

Nermina Kukic freut sich auf ihre Zeit in Düsseldorf.

Frau Kukic, Sie sind in Wuppertal groß geworden, durch den Jobwechsel Ihres Mannes wohnen Sie seit fünf Wochen in Düsseldorf. Wie gefällt es Ihnen in der Nähe der alten Heimat?

Nermina Kukic: Es ist schön wieder nah bei meiner Familie zu wohnen. Und Düsseldorf ist noch schöner als vorher. Ich kenne die Stadt ja noch aus meiner Jugendzeit, da bin ich oft mit Freundinnen aus Wuppertal hergekommen, um auszugehen und einzukaufen.

Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Kukic: Wir waren oft auf der Kö und haben uns Leute in gebügelten Jeans und Noppenschuhen angesehen, die ein Gläschen "Mött" tranken (lacht). Ich habe aber auch schöne Erinnerungen an die Altstadtkneipen und Discobesuche im Bhaggy. Gibt es die noch?

Nein, die ist seit Jahren zu.

Kukic: Schade, aber mit zwei Kindern und in meinem Alter sind Clubabende sowieso passé. Da arbeite ich lieber im Garten und verbringe Zeit mit der Familie.

Wo Sie gerade Ihr Alter ansprechen - Sie werden nächste Woche 38, welche Wünsche haben Sie?

Kukic: Eine neue Bratpfanne und das aktuelle Buch von David Foster Wallace. Der ist genial. Als Schauspielerin würde ich gern noch einmal ans Theater gehen, eine neue Herausforderung suchen.

Sind Sie mit der Rolle der Susi Schäfer im Marienhof nicht mehr ausgelastet?

Kukic: Doch natürlich, ich mag die Rolle, sie ist frech und ich darf den rheinischen Dialekt voll ausleben. Das macht Spaß. Aber es wäre ein Traum, einmal Maria Stuart am Theater zu spielen. Außerdem würde ich gern einen Film über die Wuppertalerin Else Lasker-Schüler drehen.

Sie haben die Schauspielschule in Bochum besucht und dann in verschiedenen Theaterstücken gespielt. Wie kam es zum Wechsel ins Fernsehen?

Kukic: Das war großer Zufall. Vor acht Jahren kam mein Sohn Victor zur Welt und ich habe eine Berufspause eingelegt. Nach zwei Jahren wollte ich wieder arbeiten, aber die Angebote blieben aus. Wir wohnten damals in München, wo Marienhof gedreht wird. Auf dem Spielplatz freundete ich mich mit einer anderen jungen Mutter an, die sich als Autorin der Serie entpuppte.

Und die hat Sie vom Fleck weg engagiert?

Kukic: So schnell ging das auch wieder nicht. Sie traf später die Besetzungschefin auf dem Flur, die verzweifelt eine Darstellerin für die Rolle der Susi Schäfer suchte. So kam ich ins Spiel.

Wie meistern Sie den Stress mit zwei Kindern und der Pendelei?

Kukic: Ich drehe seit unserem Umzug nach Wiesbaden vor zwei Jahren nur noch vier bis acht Tage pro Monat. Das geht jetzt so weiter. Ich hatte Glück, dass meine Rolle so beliebt ist und nicht aus der Serie rausgeschrieben wurde. Sie wurde so verändert, dass ich nicht mehr fünf Tage die Woche am Set sein muss.

Die Schauspieler in Seifenopern werden in der Öffentlichkeit häufig belächelt. Wie gehen Sie damit um?

Kukic: Ich finde es schade, wenn etwa Harald Schmidt in seiner Sendung sagt, dass Soap-Darsteller nichts auf der Pfanne hätten. Viele von uns haben eine richtige Schauspielausbildung und arbeiten hart, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Marienhof ist zwar nur Seifenoper, aber es gibt auch hochwertige Seife.

Sie sind inzwischen viel herumgekommen, wie lange bleiben Sie Düsseldorferin?

Kukic: Nächstes Jahr kommt mein zweiter Sohn in die Schule und wir wollen die Kinder nicht gleich wieder aus ihrer Umgebung herausreißen. Außerdem sind sie gern bei den Großeltern. Darum wollen wir länger bleiben.

Was gefällt Ihnen in der neuen Wahlheimat bisher am besten?

Kukic: Ich gehe mit den Kindern gern zum silbernen, welligen Gehry-Haus im Medienhafen, auch weil es gegenüber ein sehr freundliches Currywurstlokal gibt.

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