Gastronomie: Nach vier Jahren Abwesenheit starten die Schweizer ab Sommer wieder in Düsseldorf durch – mit acht Restaurants und Bars am Airport.

So sah einst das Speisenangebot von Marché in der Kö-Galerie aus.
So sah einst das Speisenangebot von Marché in der Kö-Galerie aus.

So sah einst das Speisenangebot von Marché in der Kö-Galerie aus.

Bernd Schaller

So sah einst das Speisenangebot von Marché in der Kö-Galerie aus.

Düsseldorf. Systemgastronomie hört Oliver Altherr gar nicht gern. Der gebürtige Badenser ist gelernter Koch mit Erfahrungen bei den Großen der Branche wie Jörg Müller und Michel Guerad und hat ein Managementstudium in Zürich und New York hinter sich. Seit knapp sieben Jahren ist er Chef der Schweizer Gastronomen von Marché International, die zumindest auf den ersten Blick ein Paradebeispiel für Systemgastronomie sein könnten: Die Kette tummelt sich hierzulande an 30Standorten - vor allem an Autobahnen und Flughäfen, recht unschön Verkehrsgastronomie genannt.

Richtung Airport zieht es die Schweizer von Ende Juli an auch wieder in Düsseldorf. Acht neue "Outlets", wie Altherr sie nennt, entstehen in den Terminals. Acht Outlets meint acht Restaurants mit unterschiedlichen Konzepten, die alle dem Marché-Grundkonzept verpflichtet sind: Zubereitet werden die Speisen vor den Augen der Gäste, täglich kompromisslos frisch, mit Produkten aus der Region und Lokalkolorit auf dem Teller.

"Warum soll ein Hamburger den gleichen Schinken essen, wie unsere Gäste im Schwarzwald", fragt Altherr. Das Einzige, was dabei tatsächlich an System erinnert, ist die Geschwindigkeit, mit der das fertige Essen beim Gast landet und die Grundrezepturen für Marché-Klassiker wie Rösti und Co.

Die Rückkehr der Schweizer soll das Drehkreuz Düsseldorf stärken

Sechs Gastroflächen entstehen neu, zwei bestehende werden umgebaut. Bis auf zwei Outlets finden sich die Angebote jenseits des Sicherheitsbereichs - wer rein will, muss folglich erst die Kontrollen hinter sich bringen. Das gilt auch für den Großteil der insgesamt 120 Mitarbeiter, die dort später arbeiten.

Für den Flughafen ist die Rückkehr der Schweizer nur ein weiterer Schritt, die Position des dritten deutschen Drehkreuzes zu stärken. Gut 200Millionen Euro lässt sich Dus-International den Umbau der Flugsteige sowie der Shopping- und Gastroflächen kosten. Weitere Anbieter sollen Marché folgen - bei der Ausschreibung hatten sich die Eidgenossen gegen acht Mitbewerber durchgesetzt.

Auf gut 1150 Quadratmetern mit 470 Sitzplätzen entstehen in allen drei Terminals ein klassisches Marché-Restaurant mit einzelnen Stationen und einer Bäckerei, in der gebacken und nicht aufgebacken wird. Hinzu kommt ein Mövenpick-Café, in Lizenz kommt der Name Gosch in den Flughafen, es gibt mehrere Bars und ein Grill- und Pizzarestaurant namens San Pino.

Dass das Konzept ankommen wird, davon ist Altherr überzeugt. "Das Thema Frische und Qualität wird immer wichtiger." Das freilich hat Marché schon einmal probiert - 20 Jahre lang in der Kö-Galerie. "Morgens und mittags waren wir gut besucht, abends hätten wir auch zumachen können." Nach 17 Uhr habe sich kaum noch ein Gast im Untergeschoss der Shopping-Mall verloren. Es sei ein Fehler gewesen, den Vertrag 1996 noch einmal um zehn Jahre zu verlängern.

Am Flughafen laufen die Verträge auch zehn Jahre.

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