Auf acht Mitglieder ist der Manta Sportclub Düsseldorf geschrumpft. Aber die halten durch, verspricht der Vorsitzende.

Freizeit, Hobby, Auto, Autoclub Manta
Ganz ohne Fuchsschwanz: Thomas Hassel, der Vorsitzende des Manta Sportclubs Düsseldorf, mit einem seiner Schätze.

Ganz ohne Fuchsschwanz: Thomas Hassel, der Vorsitzende des Manta Sportclubs Düsseldorf, mit einem seiner Schätze.

Sergej Lepke

Ganz ohne Fuchsschwanz: Thomas Hassel, der Vorsitzende des Manta Sportclubs Düsseldorf, mit einem seiner Schätze.

Düsseldorf. Wer am Steuer eines Opel Mantas sitzt, hat sich wohl oft getönte Scheiben gewünscht. Denn über kein anderes Auto gibt es eine solche Menge dummer Witze. Thomas Hassel kennt viele davon und kann darüber gar nicht richtig lachen. Er ist Vorsitzender des Manta Sportclubs Düsseldorf, der die Legende auf vier Rädern seit 30 Jahren pflegt. „Inzwischen hat sich das Image zum Glück völlig gewandelt. Viele wissen auch gar nicht mehr, wie ein Manta aussieht“, sagt der 48-Jährige.

Seinen ersten Manta hat Hassel 1985 gekauft: „Das war reiner Zufall, eigentlich hatte ich nach einem VW Passat gesucht.“ Doch dann stand da ein Opel Manta B für 6900 Mark: „Da habe ich mir gedacht, ich bin jung und Single. Warum nicht?“ Später habe er sich dann intensiver mit dem Wagen und seiner Technik beschäftigt. Zum Verein kam Hassel nicht nur wegen der „Benzin-Gespräche“, sondern vor allem wegen gemeinsamer Fahrten und anderer Freizeitaktivitäten mit Gleichgesinnten.

In seiner Hochzeit hatte der Club fast 50 Mitglieder

Ende der 80er Jahre hatte der Manta Sportclub Düsseldorf seine Hochzeit mit fast 50 Mitgliedern. Als die Katalysatoren Pflicht wurden, begann die erste große Austrittswelle. Als General Motors mit seinem Sparprogramm begann, hatten mehrere Manta-Serien enorme Rost-Probleme. „1990 und 1992 kamen dann die beiden Manta-Filme“, erinnert sich Hassel. Das habe zu einem enormen Image-Schaden geführt. An dem zweiten Film haben die Düsseldorfer selbst mitgewirkt. In dem kommt eine Manta-Spezialanfertigung mit drei Achsen vor, bei dessen Konstruktion der Verein geholfen hat: „Das Auto ist inzwischen verschollen.“

Die Welle der Manta-Witze ist längst Vergangenheit und auch das Klischee des Sozialhilfeempfängers mit Fuchsschwanz stimmt schon lange nicht mehr. Die verbliebenen acht Manta-Fans sind eine bunte Mischung, vom Mediziner über einen Verwaltungsbeamten bis zum Schlosser. Und ein Ehrenmitglied gibt es auch: Der 81 Jahre alte Bruno Beyer hat zwar keinen Manta mehr, nimmt aber immer noch gern an den Veranstaltungen teil.

Auf neue Mitglieder darf Hassel kaum noch hoffen: „Es wird immer schwieriger, Ersatzteile zu bekommen. Wer einen Unfallschaden an der Karosserie hat, kann den Wagen praktisch verschrotten.“ Darum werden die Mantas auch nur noch zu besonderen Ereignissen auf die Straße gebrach – und im Winter regelmäßig abgemeldet.

Gebaut wurde der Opel Manta in zwei verschiedenen Serien (A und B) von 1970 bis 1988.

Thomas Hassel glaubt, dass heute auf den deutschen Straßen nur noch etwa 1500 Mantas unterwegs sind. Andere Schätzungen gehen von 3000 Fahrzeugen aus. Statistisch genau erfasst sind die Autos nicht.

Eine große Jubiläumsveranstaltung gibt es nicht, nur eine Weihnachtsfeier mit den Familien. Vor allem, weil der ehemalige Kassierer 5000 Euro verschwinden ließ.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer