240 Hartgesottene trauten sich am Samstag beim traditionellen Neujahrsschwimmen der DLRG in den den eiskalten Rhein.

Auch beim Start am Oberkasseler Ufer ist es natürlich schon kalt – richtig durchgefroren sind die Teilnehmer des DLRG-Neujahrsschwimmens aber erst am Ziel in Lörick.
Auch beim Start am Oberkasseler Ufer ist es natürlich schon kalt – richtig durchgefroren sind die Teilnehmer des DLRG-Neujahrsschwimmens aber erst am Ziel in Lörick.

Auch beim Start am Oberkasseler Ufer ist es natürlich schon kalt – richtig durchgefroren sind die Teilnehmer des DLRG-Neujahrsschwimmens aber erst am Ziel in Lörick.

Sergej Lepke

Auch beim Start am Oberkasseler Ufer ist es natürlich schon kalt – richtig durchgefroren sind die Teilnehmer des DLRG-Neujahrsschwimmens aber erst am Ziel in Lörick.

Düsseldorf. Während es die meisten am Samstag angesichts von Schnee und Regen im warmen Wohnzimmer hielt, um sich aufzuwärmen, wagten sich einige völlig Unerschrockene in den nur drei Grad „warmen“ Rhein: 240 Schwimmer zwischen zwölf und 81 Jahren aus ganz Deutschland kamen zum traditionellen Neujahrsschwimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nach Düsseldorf.

An den Rheinwiesen unterhalb der Kniebrücke, bei Rhein-Kilometer 743,5 stiegen die Schwimmer und Taucher ins eiskalte Wasser und schwammen stromabwärts die etwa 5,5 Kilometer lange Strecke bis zum Löricker Hafen, wo sie von Schaulustigen und Angehörigen empfangen wurden. Über 45 Minuten verbrachten die Schwimmer dabei im eisigen Strom. Christoph Pass schwamm bereits im dritten Jahr in Folge mit. Trotz der extremen Kälte war die Stimmung bei ihm und seinen Schwimmkameraden gut: „Es war, wie auch in den vorherigen Jahren eine tolle Veranstaltung. Es ist zwar immer sehr kalt, aber da muss man durch. Wir sind ja in Bewegung, da vergisst man die Kälte zumindest zwischendurch mal.“

Auch sein Schwimmkollege Thomas Haider ist nicht zum ersten Mal zum Jahresbeginn in den kalten Rhein gesprungen. Bei Freunden und Bekannten hingegen sorgt die Aktion immer wieder für zweifelnde Blicke: „Die meisten haben eher weniger Verständnis dafür, dass ich mir freiwillig diese Tortur bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt antue. Sie erklären mich jedes Jahr aufs Neue für verrückt.“ Dennoch werden beide auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein, sagen sie.

Manche sind schon seit Jahrzehnten bei der Tortur dabei

Die jüngsten Teilnehmerinnen in diesem Jahr, die Zwillinge Anna und Adrian Allenstein, haben sich mit gerade mal zwölf Jahren in den kalten Fluss getraut. Vielleicht werden auch sie der Tradition für viele Jahre folgen, so wie es Thomas Mayer bereits seit Jahrzehnten tut. Der 49-Jährige hat vor 30 Jahren mit seinen Kollegen der DLRG Leverkusen erstmals am Neujahrsschwimmen teilgenommen und kommt seitdem jedes Jahr im Januar nach Düsseldorf und trifft hier viele seiner Berufskollegen wieder. „Vor 30 Jahren war das hier noch ein wesentlich kleineres Event. Damals hat uns die DLRG Düsseldorf zum ersten Mal gefragt, ob wir Lust hätten, an dieser außergewöhnlichen und extremen Veranstaltung teilzunehmen. Seitdem sind wir Jahr für Jahr mit wachsender Begeisterung dabei“, sagt der Tauchlehrer.

Auch eine seiner Schülerinnen, Maike Ast, ließ sich von der Faszination anstecken, den jährlichen Sprung ins winterliche Nass zu wagen. Sieben Jahre ist das nun schon her: „Thomas war damals mein Tauchlehrer. Er hat mir so begeistert vom Neujahrsschwimmen erzählt, dass ich es unbedingt auch einmal selbst ausprobieren wollte. Und jetzt bin ich schon zum siebten Mal dabei“, sagt die 30-Jährige.

Für Sie und ihre ehemaligen Kollegen von der DLRG ist der Sprung in den eiskalten Rhein inzwischen schon zu einer festen Tradition am Anfang des neuen Jahres geworden. Als Belohnung und Erinnerung für den mutigen Sprung ins Wasser gab es für alle Teilnehmer im Ziel eine Medaille von Oberbürgermeister Thomas Geisel, der auch Schirmherr der Veranstaltung ist. Im Anschluss konnten sich die frierenden Schwimmer am DLRG-Haus erst einmal mit heißem Tee und Glühwein aufwärmen und eine heiße Dusche genießen.

Denn welchen enormen Strapazen sich die Teilnehmer des Neujahrsschwimmens aussetzen, weiß Geisel bestens, schließlich hat er vor drei Jahren während seiner OB-Kandidatur selbst teilgenommen.

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