Gericht: Drei leitende Angestellte mogelten bei Transporten und Lagerkosten zu Lasten ihrer Arbeitgeber. Zwei legten ein Geständnis ab.

Düsseldorf. Die drei Männer, die am Mittwoch auf der Anklagebank des Amtsgerichtes saßen, fallen aus dem Rahmen. Ulrich J. (54), Andreas H. (43) und Andreas S. (35) waren leitende Angestellte in einem Technologie-Konzern und zwei Logistik-Unternehmen, sind bislang nicht vorbestraft. Wer zuerst auf die Idee kam, sich einen lukrativen Nebenerwerb zu verschaffen, konnte gestern nicht geklärt werden. Aber das Trio soll nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einen Schaden von mehr als einer Million Euro verursacht haben.

Aufgrund ihrer Position hatten alle Drei die Möglichkeit, Rechnungen an andere Firmen auszustellen. In wechselnder Besetzung soll das Trio Leistungen, unter anderem für Transport- und Lagerkosten, abgerechnet haben, die tatsächlich nie erbracht worden sind, zu Lasten ihrer jeweiligen Arbeitgeber. Das Geld ließen sich sich bar auszahlen oder leiteten es auf andere Konten um. Anschließend soll es aufgeteilt worden sein.

Außerdem sollen "Preisschwankungen beim Benzinpreis" bei Transporten abgerechnet worden sein. Da wurden zwar nur drei Prozent pro Liter aufgeschlagen. Trotzdem entstand allein dadurch angeblich ein Schaden von mehr als 400 000 Euro.

Die Unregelmäßigkeiten fielen Anfang 2008 bei einer innerbetrieblichen Prüfung im Unternehmen von Ulrich J. auf. Da der Prokurist 24 Jahre bei der Firma beschäftigt war, kam er zunächst mit einer Abmahnung davon. Als im November 2008 aber auch die Steuerfahndung in der Spedition auftauchte, verlor der 54-jährige Familienvater seinen Job. Auch seine Ehefrau hat sich inzwischen von ihm getrennt.

Ulrich J. erklärte, er habe zunächst gedacht, dass er "weitere Geschäftsbeziehungen mit den anderen Firmen" fördern würde. Inzwischen sei ihm aber klar, dass er Fehler gemacht habe. Der 54-Jährige hatte sich schließlich auch selbst bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ulrich J. wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

4000 Euro Geldstrafe muss Andreas H. bezahlen. Er hat inzwischen sein Haus verkauft und mehr als die Hälfte des Schadens ersetzt, die seiner Firma entstanden ist. Das Strafverfahren gegen Andreas S. wurde abgetrennt, weil er kein Geständnis ablegen wollte.

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