Heinz Jürgens war ein Glück für das linksrheinische Düsseldorf. Nachruf auf einen Vorkämpfer.

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Heinz Jürgens im letzten Jahr, in seinem Löricker Häuschen; im Hintergrund sein Garten.

Heinz Jürgens im letzten Jahr, in seinem Löricker Häuschen; im Hintergrund sein Garten.

Helga Meister

Heinz Jürgens im letzten Jahr, in seinem Löricker Häuschen; im Hintergrund sein Garten.

Düsseldorf. Heinz Jürgens ist tot, der Vorkämpfer für das linksrheinische Düsseldorf, der Baas des Bürgervereins Lörick, Protektor der Löricker Schützen, Sprecher des Aktionsbündnisses aller linksrheinischen Heimat- und Bürgervereine. Mit unzähligen Mitstreitern wandte er sich gegen eine Rheinquerung auf Löricker Gebiet und damit auch gegen das Olympische Dorf auf der linken Rheinseite. Seine letzte große Tat war die Sammlung von 30 000 Unterschriften, die zum Erhalt des Dominikus-Krankenhauses führten.

"Für Düsseldorf und für Lörick ist der Tod von Heinz Jürgens eine schlimme Sache. Es macht uns alle sehr traurig", sagt Pfarrer Michael Rischer, der sich auf die Trauerfeier am Freitag um 10.30 Uhr in der Philippuskirche an der Hansaallee vorbereitet.

"Heinz Jürgens war ein absoluter Gutmensch."

Thomas Hummelsbeck, Schützenchef in Lörick

Im Löricker Gemeindesaal hat Jürgens manche Schlacht geschlagen, hat vor zwölf Jahren mit der Ablehnung eines Harbour-Clubs an der Oberlöricker Straße erstmals um den Erhalt von Lörick gestritten und gewonnen. "Wir leben in der Großstadt und doch auf dem Land", sagte er über "sein" Lörick, für dessen Idylle er eintrat.

Einen "absoluten Gutmenschen" nennt ihn Schützenchef Thomas Hummelsbeck. "Das Wohl und Wehe der Gemeinschaft" habe bei ihm im Vordergrund gestanden. "Er war ein positiver Mensch. Selbst wenn eine Situation festgefahren war, suchte er nach einem Ausweg. Sein Tod ist ein riesiger Verlust für uns."

Als pensionierter Pädagoge besaß Jürgens die Begabung, zuzuhören. "Ich bemühe mich, verschiedene Meinungen zusammenzubringen. Ich mag kein Schwarzweiß-Denken. Ich bin zwar CDU-Mitglied, aber ich lehne es ab, wenn man schlecht über den politischen Gegner spricht", sagte er einmal.

"Ich habe ihn sehr geschätzt, wenn er die Gesprächsteilnehmer ermahnte, sich zusammenzuraufen."

Fritz Aurin, Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins.

"Er wollte nicht nur auf die Pauke hauen. Er war ein sehr diplomatischer Gesprächspartner. Und er war ein ganz ehrlicher, uneitler Mensch", sagt Fritz Aurin vom Verkehrs- und Verschönerungs-Verein. Markus Loh von der "Grünen Mitte" teilt diese Meinung: "Er war ein wunderbarer Vermittler. Es war ja nicht selbstverständlich, dass Bürgervereine zusammenarbeiten."

Er war ein perfekter Stratege, wenn es darum ging, Unterschriften zu sammeln, Protestnoten zu verfassen, vor das Rathaus zu ziehen. Mit dem Schützenoberst und Kräuterbauern Paul Adams war er ein Herz und eine Seele gegen die geplante Rheinquerung für Busse und Bahnen. "Ein Tunnel wäre kein Problem, dann bliebe das Rheinufer weiterhin ein Erholungsgebiet. Eine Brücke lehnen wir ab", pflegte er kurz und bündig zu sagen.

Paul Adams trauert dieser beispielhaften Männerfreundschaft nach: "Wir hatten eine Super-Partnerschaft, ohne dass wir es in Worte fassen mussten. Er hat auch als zweiter Brudermeister und zuletzt als Protektor der Heerdter Schützen dem Sommerbrauchtum geholfen."

"Mit ihm geht ein Stück Düsseldorfer und linksrheinischer Kultur verloren."

Edmund Spohr, Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimatvereine

Ein Mann des Wortes, aber auch der Sprache. Wenige Monate vor seinem Tode spielte er im Theater an der Luegallee eine tragende Rolle im linksrheinischen Bilderbogen "Wir Insulaner", nachdem er zuvor die Dialoge der Uraufführung ins Düsseldorfer Platt übersetzt hatte.

Die Zuschauer hielten sich den Bauch vor Lachen über seine Extempores. Wie kaum ein anderer Düsseldorfer beherrschte er die Mundart, als Leiter der Hans-Müller-Schlösser-Akademie "Scholl für Düsseldorfer Platt".

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