Der schwere Zusammenstoß gestern an der Kö ist ein Beispiel für die gefährliche Unachtsamkeit im Verkehr.

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Der Notarzt konnte den Mann vor Ort stabilisieren. Er schwebt in Lebensgefahr.

Der Notarzt konnte den Mann vor Ort stabilisieren. Er schwebt in Lebensgefahr.

G. Berger

Der Notarzt konnte den Mann vor Ort stabilisieren. Er schwebt in Lebensgefahr.

Düsseldorf. Am Dienstagmorgen, 9.36 Uhr, an der Kö: Ein Lastwagenfahrer aus Solingen (53) will mit seinem Fahrzeug von der Steinstraße nach rechts in die Königsallee abbiegen. Dabei übersieht er einen 64-jährigen Radfahrer, der neben ihm auf dem Radweg unterwegs ist.

Der Lkw überrollt das Fahrrad, der Mann erleidet schwerste Verletzungen. Aus der Klinik heißt es am Nachmittag: Lebensgefahr. Es ist ein Beispiel dafür, wie schnell eine kleine Unachtsamkeit im Verkehr tödlich sein kann.

"Radfahrer sind wie Fußgänger besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer", erklärt Thorsten Drewes von der Direktion Verkehr bei der Polizei. Weil diese Gruppen von Verkehrsteilnehmern über keinerlei Schutzvorrichtungen verfügen, hätten Unfälle meist schwere Folgen: 2009 wurden bei Unfällen 670 Radfahrer verletzt, nur bei 99 Unfällen blieben die beteiligten Radler unversehrt.

Und: Rund 200 Mal wurden Fußgänger und Radfahrer von Kraftfahrern beim Abbiegen übersehen.

ADFC: Den Schulterblick machen viele Kraftfahrer gar nicht

Der Anteil von Lastwagen liegt bei diesen Unfällen mit rund zehn Prozent vergleichsweise niedrig. "Das liegt vermutlich daran, dass wir in der Innenstadt nur recht wenig Lkw haben", sagt Drewes. "Aber gerade in der Stadt ist das Abbiegen mit einem Lastwagen sehr viel schwieriger als mit dem Auto. Und der tote Winkel ist größer."

Das kennt auch der Vorsitzende des Düsseldorfer ADFC, Oliver von Hörsten, der einen VW-Bully fährt. Er bemängelt aber auch die Verkehrsmoral der Fahrer: "Ein Schulterblick wird meist gar nicht mehr gemacht, viele Autofahrer blinken nicht."

Aber auch die Radler sollten aufmerksamer sein und nicht auf ihr Recht des Schwächeren pochen. Generelles Problem in Düsseldorf: Mal gibt es Radwege auf dem Gehweg, mal auf der Straße. "Die Autofahrer können sich auf nichts einstellen", sagt von Hörsten. "Besser wäre es, die Radwege wären einfach immer auf der Fahrbahn."

© WhatsBroadcast

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