Der Verkehrsausschuss hat am Mittwoch entschieden, wie die Linien fahren werden, wenn die neue U-Bahn fertig ist.

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Ilka Jaroch

Düsseldorf. Am Ende war es eine breite Mehrheit: Der Verkehrsausschuss hat am Mittwoch beschlossen, wie das Straßen- und Stadtbahnnetz nach Eröffnung der Wehrhahn-Linie 2015 aussehen soll. Im Prinzip sind sich fast alle Politiker einig, dass das neue Netz große Vorteile bringt. Dennoch ist nicht jeder mit allem zufrieden. Die Details im Überblick:

So soll das neue Netz aussehen

Drei Linien werden durch den neuen Tunnel der Wehrhahn-Linie fahren: Die U 71 (Rath S bzw. Heinrichstraße – Altstadt – Benrath), U 72 (Ratingen – Altstadt – Volmerswerth) und U 73 (Gerresheim S – Altstadt – Uni-Ost).

Diese neuen Linienwege haben natürlich Auswirkungen auf das bisherige Netz. Nach Stand der Planungen werden vier Straßenbahn-Linien völlig verschwinden: die 703, 708, 712 und 713. Die Details: 701 Sie wird – wenn der Ausbau der Trasse erfolgt ist – bis zum Dome verlängert. Ursprünglich sollte die U 71 diese Strecke bedienen. Doch die Stadtteilpolitiker im Stadtbezirk 6 (Rath) hatten sich dagegen ausgesprochen, sie legen Wert auf die Verbindung von Rath zur Nordstraße. Die Verwaltung folgte diesem Wunsch und änderte die Planung: Nun wird die U 71 werktags tagsüber bis Rath S fahren, sonst nur bis Heinrichstraße. Dafür stellt die 701 auch abends und an den Wochenenden eine Direktverbindung von Rath zur Nordstraße her. Auf dem südlichen Streckenabschnitt wird die 701 vom Karolingerplatz nur noch bis Steinberg fahren. 703 Wird durch die U 73 ersetzt. 704 Sie wird künftig von Derendorf Nord aus über Hauptbahnhof, Fürstenplatz und Witzelstraße zur Christophstraße fahren. 706 Die Ringlinie wird zerschnitten. Zwar wäre ein Ring über die Berliner Allee immer noch möglich gewesen, doch die Experten im Amt haben andere Pläne: Die Linie wird zwar wie heute am Steinberg starten und über Lastring und Brehmplatz zum Jan-Wellem-Platz fahren, von dort aber soll es über Harold-, Neusser- und Gladbacher Straße nach Hamm weitergehen. 707 Auch hier wird die Linienführung im südlichen Bereich geändert: Statt zur Uni fährt die Linie über Fürstenplatz und Bilker Allee in den Medienhafen. Die Gleise bis zur Speditionstraße müssen aber erst noch gebaut werden. 708 Die Linie entfällt, im Norden wird sie durch die U 71 ersetzt, im Süden durch die 706 bzw. 707. 709 Sie fährt unverändert vom Gerresheimer Krankenhaus nach Neuss. 712 Wird durch die U 72 ersetzt. 715 Fährt künftig über die Berliner Allee statt durch die Altstadt. 719 Unverändert: Verstärkerfahrten vom Polizeipräsidium bis Flingern bzw. Staufenplatz).

Auch eine neue Linie wird geprüft: Sie könnte vom Hafen über Neusser- und Haroldstraße zum Jan-Wellem-Platz führen.

Die Liniennummern

Die Politiker der Bezirksvertretung 3 (Bilk, Friedrichstadt) regen an, den Linien 715 und 719 freie Nummern zwischen 701 und 709 zuzuweisen (z.B. 702 und 705). Grund: Da von ehemals rund 20 Straßenbahn-Linien nur sieben übrig bleiben, wäre eine durchgehende Nummerierung logischer. Die Verwaltung hat zugesagt, das zu prüfen.

Die Kritikpunkte

Im Wesentlichen bedeutet das neue Netz keine Einschränkungen im Angebot: Die Gesamt-Kilometerleistung wird eher noch ausgeweitet. An manchen Stellen gehen aber Direktverbindungen verloren, an die sich die Fahrgäste gewöhnen müssen: In Düsseltal und Mörsenbroich verliert man den Direktanschluss an den Hauptbahnhof, im nördlichen Gerresheim den an die Altstadt. Und in Rath verzichtet man nur unter Protest auf die dichte Taktung zur Nordstraße (künftig alle 20 Minuten tagsüber statt alle zehn).

CDU-Frau Annelies Böcker, Mitglied im Verkehrsausschuss und im zuständigen Stadtteilparlament, übergab dem Ausschussvorsitzenden Martin Volkenrath am Mittwoch 1359 Unterschriften von Bürgern aus Düsseltal, die gegen den Wegfall der 708 sind. Immerhin verständigten sich die Politker an diesem Punkt darauf, zu prüfen, wie etwaige Nachteile ausgeglichen werden könnten – etwa durch eine neue Buslinie.

Die Altstadt-Anbindung

Die meisten und gravierendsten Beschwerden beziehen sich allerdings auf die Tatsache, dass die Altstadt künftig nur noch per U-Bahn, nicht aber mit der Straßenbahn erreichbar ist. Die Grünen, der Verkehrsclub Deutschland, Behinderten- und Seniorenbeirat wollen den Schienenanschluss erhalten. Das Umsteigen in die U-Bahn an der Schadowstraße, um eine Station in die Altstadt zu fahren, sei zu unbequem.

CDU, FDP und Teile der SPD sehen für einen Erhalt der Straßenbahn aber keine Möglichkeit. Stattdessen wird nun die Einrichtung einer neuen Buslinie geprüft, die als Zubringer fungieren könnte. Im Gespräch ist etwa ein Linienweg von Berliner Allee über Benrather- und Breite Straße bis zum Burgplatz.

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