Hausmeister angeklagt. Doktor wollte sich als Dealer finanziell über Wasser halten.

Kleingärtner in Lierenfeld feierten Partys mit Kokain.
Kleingärtner in Lierenfeld feierten Partys mit Kokain.

Kleingärtner in Lierenfeld feierten Partys mit Kokain.

Martin Gerten

Kleingärtner in Lierenfeld feierten Partys mit Kokain.

Düsseldorf. Wenn in der Lierenfelder Kleingartenanlage gefeiert wurde, dann gab es nicht nur Altbier und Bratwürstchen. Auch ein gläserneres Tablett mit abgepackten Kokain-Päckchen machte die Runde. Seit Montag muss sich ein Hausmeister vor dem Landgericht verantworten. Der 47-Jährige soll in mehreren Fällen Rauschgift von dem „Hausdealer“ des Kleingartenvereins gekauft haben.

Beliefert wurden die Laubenpieper von einem Ingenieur mit Doktortitel. Der war Geschäftsführer einer Computer-Firma, die in finanzielle Turbulenzen geriet. „Durch Kontakte in die SM-Szene und zu einem Fitnessstudio hatte ich die Gelegenheit, an Kokain und Amphetamine zu kommen“, sagte der 65-Jährige. Mit dem Handel habe er sich finanziell über Wasser halten wollen. Allein 75 Kilogramm Amphetamine soll der Ingenieur verkauft haben. 32 Gramm Kokain waren bei seiner Festnahme sichergestellt worden.

Ingenieur war ein beliebter Gast bei den Grillfesten

Der Doktor war ein gern gesehener Gast bei den Grillfesten der Kleingärtner: „Ich habe dann ein bisschen Bier mitgebracht.“ Dass er auch noch Rauschgift im Gepäck hatte, brauchte niemand extra zu erwähnen: „Das war schon klar.“ Dabei wurde dann regelmäßig Rauschgift gekauft und „in die Runde geschmissen.“ Dem Ingenieur war man durch ein anderes Verfahren auf die Spur gekommen. Nach seiner Verhaftung hatte er sich der Staatsanwaltschaft als Kronzeuge zur Verfügung gestellt und befindet sich inzwischen längst wieder auf freiem Fuß.

Teilweise wurde der 65-Jährige, der laut Anklage auch Kunden in anderen Städten versorgte, gezielt zu der Anlage nach Lierenfeld bestellt. Durch die Telefonüberwachung des Dealers kam die Polizei auf den Hausmeister, der eines der kleinsten Lichter im Gesamtverfahren ist.

Er war vom Amtsgericht in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 2050 Euro verurteilt worden, weil er in fünf Fällen für jeweils 50 Euro Bubbles von dem Ingenieur gekauft haben soll. Der 47-Jährige bestreitet dies. Darum muss der Prozess am 30. Januar fortgesetzt werden. Dann soll der Besitzer der Gartenlaube aussagen, wo die Partys stattfanden. Er ist inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

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