Stadt, Polizei und Verkehrswacht gaben Radfahrern am Mittwoch an sechs Standorten Tipps.

Polizeikommissarin Marylin Rudolph überprüft das Rad von Karl-Heinz Brandt.
Polizeikommissarin Marylin Rudolph überprüft das Rad von Karl-Heinz Brandt.

Polizeikommissarin Marylin Rudolph überprüft das Rad von Karl-Heinz Brandt.

Melanie Zanin

Polizeikommissarin Marylin Rudolph überprüft das Rad von Karl-Heinz Brandt.

Düsseldorf. Wenn Polizeikommissarin Marylin Rudolph auf den Radweg tritt, fährt kein Radfahrer einfach an ihr vorbei. Auch Karl-Heinz Brandt bleibt stehen – die Kommissarin will ihn aber gar nicht ermahnen. Sie will Tipps geben. Denn sie, ihre Kollegen sowie Mitarbeiter der Verkehrswacht und der Stadt Düsseldorf haben am Mittwoch an der Grafenberger Allee und fünf weiteren Standorten im Stadtgebiet ihren Infostand aufgebaut, um die Radfahrer über die Sicherheit ihres Fahrzeugs aufzuklären.

Das Licht muss funktionstüchtig sein – auch tagsüber

Und dabei geht es nicht nur um die Sicherheit im Straßenverkehr – im vergangenen Jahr gab es 749 Verkehrsunfälle mit Radfahrern–, sondern auch um Diebstahlschutz. Mit dem Rad von Karl-Heinz Brandt ist Marylin Rudolph zufrieden: „Klingel und Reflektoren sind da“, stellt sie fest, auch zwei Schlösser sind vorhanden. „Funktioniert das Licht?“ Brandt ist unsicher. „Ich hoffe. Ich brauch’ das nie, ich fahr’ nicht im Dunkeln.“ Doch das Licht funktioniert, und Rudolph entlässt den Radfahrer mit einigen Infobroschüren und dem Rat, dass das Licht auch tagsüber funktionstüchtig sein sollte.

Das Thema Beleuchtung ist am Aktionstag eines der meistgefragten, weiß Simon Höhner, Geschäftsführer der Verkehrswacht. Sein Standort ist gleich vor der Radstation am Hauptbahnhof. „Im Herbst ist die Dynamopflicht aufgehoben worden“, sagt er. Umso wichtiger sei es, das Thema Licht ins Bewusstsein der Radfahrer zu rücken.

Nur wenige Fahrraddiebstähle werden aufgeklärt

Thema Nummer eins für Andreas Severin ist das Codieren. „Wird das noch gemacht?“, erkundigt sich der Passant bei Marylin Rudolph. Die Antwort ist eindeutig: „Das Codieren ist der einfachste Weg, sein Fahrrad vor Diebstahl zu schützen.“ Die Polizei bietet den Service regelmäßig kostenlos an. Zum Aktionstag konnten sich Radfahrer aber auch in der Radstation einen Code in den Rahmen gravieren lassen. „Ein D für Düsseldorf, eine Zahlenkombination für Straße und Hausnummer sowie die Initialen“, zählt Raffael Mancuso-Berger, Betriebsleiter der Radstation, auf. „Wer umzieht, braucht also einen neuen Code.“

In Düsseldorf sind im vergangenen Jahr 3697 Fahrräder als gestohlen gemeldet worden, weiß Polizeikommissar Tim Eichler. „Die Dunkelziffer ist sicher doppelt so hoch.“ 3,81 Prozent der Diebstähle werden aufgeklärt – und die Zahl wird sich nicht erhöhen, fürchtet Thomas Großheinrich vom städtischen Verkehrsmanagement. Sein Tipp: „Die Leute müssen Eigenverantwortung zeigen und selbst auf ihre Räder aufpassen.“

Pflicht sind Lampe, Klingel, zwei voneinander unabhängige Bremsen, Reflektoren vorne, hinten sowie an Reifen und Pedalen.

Um das Fahrrad vor Dieben zu schützen, empfiehlt die Polizei, das Rad mit einem massiven Bügel- oder Panzerkabelschloss an einen festen Gegenstand anzuschließen. Auch einzelne Fahrradteile sollten gesichert werden. Außerdem kann ein Fahrradpass – erhältlich bei Polizei oder Fahrradhändler – im Fall eines Diebstahls bei der Suche helfen. Als Kennzeichnung wird die Codierung empfohlen – ein Aufkleber der Polizei, der darauf hinweist, kann Diebe abschrecken.

Die Polizei codiert regelmäßig kostenlos Fahrräder, zum Beispiel am 2. April in der Wache Stadtmitte an der Heinrich-Heine-Allee 17, nach telefonischer Vereinbarung unter 87 09 122. Mitzubringen sind ein Eigentumsnachweis und der Personalausweis.

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