Die Deutsch-Griechische Gesellschaft lud zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Gemeinsame Geschichte(n): Tragisches und Komisches aus dem Einwanderungsland Deutschland“ ein.

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„Gemeinsame Geschichte(n)“ präsentierten jetzt im Zakk Antonia Annoussi (Migrationsberatung der Diakonie), Catherine Yannidakis-Hahne (Deutsch-Griechische Gesellschaft) und eine Autorin vor.

„Gemeinsame Geschichte(n)“ präsentierten jetzt im Zakk Antonia Annoussi (Migrationsberatung der Diakonie), Catherine Yannidakis-Hahne (Deutsch-Griechische Gesellschaft) und eine Autorin vor.

Sergej Lepke

„Gemeinsame Geschichte(n)“ präsentierten jetzt im Zakk Antonia Annoussi (Migrationsberatung der Diakonie), Catherine Yannidakis-Hahne (Deutsch-Griechische Gesellschaft) und eine Autorin vor.

Düsseldorf. Sie schmunzelt, als sie vorliest, welcher Weg sie vor rund 50 Jahren nach Düsseldorf brachte: „Ich konnte kein Wort Deutsch, aber verliebt war ich und wie.“ Das Publikum lacht. Die Griechin Carola Grzybowski ist eine von acht Senioren, die jetzt wieder Einblicke in Teile ihrer Einwanderungsgeschichte gewährten.

Bei einer Lesung unter dem Motto „Gemeinsame Geschichte(n): Tragisches und Komisches aus dem Einwanderungsland Deutschland“, stellten die Teilnehmer der gleichnamigen Schreibwerkstatt des Zakk, die in Kooperation mit der Migrationsberatung der Diakonie stattfand, ihre Geschichten vor.

Dolmetscher halfen beim Verfassen der Geschichten

Dabei richtete sich das Angebot an ältere Menschen mit und ohne Zuwanderungshintergrund, die mit den Schriftstellern Pamela Granderath und Michalis Patentalis ihre Erfahrungen mit dem Einwanderungsland Deutschland aufschreiben wollten. „Das Kulturprogramm für Senioren mit Migrationshintergrund ist in Düsseldorf nicht allzu ausgereift, deswegen hat uns das Zakk angesprochen, ob Interesse besteht“, sagt Projektleiterin Antonia Annoussi.

Auch ohne Deutschkenntnisse konnte man Texte verfassen, weil Dolmetscher halfen. So brachten Senioren aus dem Iran, Nigeria oder eben Griechenland ihre ganz persönliche Düsseldorfer Migrationsgeschichte zu Papier. „Ich bin froh, dass wir nun bereits das dritte Buch herausgeben“, freut sich die gebürtige Griechin Annoussi.

Zweimal wöchentlich über fünf Wochen traf man sich an der Fichtenstraße, um an dem Buch zu arbeiten. Im Vordergrund standen bei der von der Deutsch-Griechischen Gesellschaft initiierten Lesung die Schicksale der Griechen: „Da sind Zeitzeugen, die eine ganz andere Art der Einwanderung erlebt haben, besonders interessant“, findet Catherine Yannidakis-Hahne.

Dass dabei sowohl lustige Liebesgeschichten, als auch tragische Schicksale aufeinanderträfen, sage viel über die unterschiedlichen Beweggründe aus, die Heimat zu verlassen: „In Düsseldorf habe ich nun den Ort gefunden, an dem ich mich wohl fühle. Natürlich vermisst man ab und zu die Heimat, aber Griechenland besuche ich nur noch zum Urlaub“, sagt Grzybowski, die nach Drängen von Bekannten an der Werkstatt teilnahm. „Alle sagten, deine Geschichte ist so lustig.“

© WhatsBroadcast

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