Am Leo-Statz-Berufskolleg wird im nächsten Halbjahr eine neue Klasse eingeführt.

André und Fabian probieren die iPads beim Tag der offenen Tür aus.
André und Fabian probieren die iPads beim Tag der offenen Tür aus.

André und Fabian probieren die iPads beim Tag der offenen Tür aus.

Bernd Nanninga

André und Fabian probieren die iPads beim Tag der offenen Tür aus.

Düsseldorf. Es ist Kultobjekt, Statussymbol und kleiner, technischer Helfer zugleich: das iPad, Tablett-PC der Firma Apple. Ab sofort gehört es in Düsseldorfer Schulen auch zum Lehrmaterial.

Die Verantwortlichen des Leo-Statz-Berufskollegs möchten zum neuen Schuljahr eine iPad-Klasse im Bildungsgang des kaufmännischen Assistenten für Informationsverarbeitung einrichten.

Am Samstag wurde das Projekt während des Tags der offenen Tür vorgestellt – mit zwiegespaltenem Echo.

Die einen verbinden Lernen mit Stift und Papier, brauchen das Haptische und mögen auf den dicken Ordner in der Schultasche nicht verzichten. „Ich bin ein Buchkind, brauche beim Lernen etwas in der Hand“, sagt Daniela Reddel, die sich mit ihrer Tochter Janice über die iPad-Klasse informiert.

Janice selbst kann sich den Schulalltag mit dem iPad nur schwer vorstellen: „Das Projekt klingt zwar interessant, ob es wirklich etwas für mich ist, weiß ich aber nicht. Bisher bin ich eben das Lernen mit Stift und Papier gewohnt.“

Der Schulträger stellt auch Leihgeräte zur Verfügung

Die Idee zur iPad-Klasse hatte Dirk Stötzen im Oktober vergangenen Jahres.

Zum neuen Schuljahr sollen – je nach Interessenlage – ein oder zwei Klassen im Bildungsgang des kaufmännischen Assistenten für Informationsverarbeitung mit dem iPad arbeiten.

Eine Gewohnheitssache? Nicht, wenn es nach Giomede Negro aus Solingen geht. Er ist begeistert: „Da wäre ich am liebsten selbst wieder Schüler. Irgendwann kommt man um digitales Lernen wohl nicht mehr herum.“ Negros Tochter Saskia ist ebenfalls überzeugt: „Ein iPad hätte ich sowieso gerne. Beim Lernen hilft es bestimmt.“

Die Idee zum neuen Unterrichtsmodell hatte Lehrer Dirk Stöfken. Er ist von den Vorteilen des iPads überzeugt: „Ziel ist, alle Inhalte aus drei Jahren Schulzeit auf einem System gespeichert zu haben.“ Papierchaos und Eselsohren sind dann Vergangenheit. Auch das Tragen schwerer Schulbücher – alle Unterrichtsinhalte sind digitalisiert auf dem flachen Computersystem.

Fragestellung könnten kurzerhand im Internet oder digitalen Büchern recherchiert, Vokabeln in der Wörterbuch-Applikation nachgeschlagen werden. „Mit kopieren und einfügen hat das wenig zu tun. Um die Inhalte zu lernen, müssen die Schüler sie für ihren Lerntyp strukturieren. Nur so werden Inhalte auch behalten.“

Ein weiterer Vorteil: In die eigenen Unterlagen können kurzerhand Bilder oder Videos eingefügt werden. Stöfken: „Das Lernen wird dynamischer.“ Diese Dynamik hat ihren Preis: Etwa 500 Euro kostet das Gerät, inklusive Schutzhülle und benötigter Programme.

Dazu kommt eine Versicherung gegen Wasserschäden, Displaybruch und Diebstahl. Schulleiter Andreas Ratzmann legt jedoch Wert auf Bildungsgerechtigkeit in seinem Haus: „Die iPads können zum einen in monatlichen Raten finanziert werden, zum anderen stellt die Stadt als Schulträger Leihgeräte zur Verfügung.“

Die Handschrift soll am Leo-Statz-Berufskolleg übrigens nicht abgeschafft werden. „Wer sich Selbstgeschriebenes besser merkt, kann selbstverständlich handschriftlich arbeiten. Wichtig ist nur, dass die Inhalte anschließend digitalisiert werden, so dass alle Unterlagen zusammen auf dem System des iPads sind“, sagt Stöfken.

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