Am Mittwoch gibt es einen Patiententag in der neuen Klinik für Schlafmedizin.

Gesundheit
Ein Aufenthalt im Schlaflabor kann oft die Ursache des Schnarchens klären.

Ein Aufenthalt im Schlaflabor kann oft die Ursache des Schnarchens klären.

Die Referenten beim Patiententag (v.l.): Dr. med. Hartmut Grüger, die Neurologin Fariba Zolfaghari, Dr. med. Charles Lange, die Zahnmedizinerin Dr. Alexa von Gienanth und Dr. med. Rainer Frerich, HNO-Arzt.

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Ein Aufenthalt im Schlaflabor kann oft die Ursache des Schnarchens klären.

Düsseldorf. Dass heftiges Schnarchen nicht nur die Mitmenschen um den Schlaf bringt, sondern auch für die Betroffenen lebensgefährlich sein kann, weiß Hartmut Grüger, Chefarzt der neu eröffneten Schlafklinik im Düsseldorfer Medical Center. „Schnarchen ist per se nicht ungefährlich, das gilt insbesondere in Verbindung mit Bluthochdruck oder Arteriosklerose.“

Außerdem kann Schnarchen nachts zu Weckreaktionen führen, so dass der Betroffene morgens nicht erholt ist und beispielsweise beim Autofahren der Sekundenschlaf droht. Richtig gefährlich wird es, wenn durch das Schnarchen Atempausen entstehen, dann drohen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. „Das ist keine Bagatelle und muss unbedingt behandelt werden. Bei mehr als 15 Atempausen pro Stunde verkürzt sich die Lebenserwartung um zehn Jahre“, sagt Grüger.

Gesundheit
Ein Aufenthalt im Schlaflabor kann oft die Ursache des Schnarchens klären.

Ein Aufenthalt im Schlaflabor kann oft die Ursache des Schnarchens klären.

Die Referenten beim Patiententag (v.l.): Dr. med. Hartmut Grüger, die Neurologin Fariba Zolfaghari, Dr. med. Charles Lange, die Zahnmedizinerin Dr. Alexa von Gienanth und Dr. med. Rainer Frerich, HNO-Arzt.

Klinik für Schlafmedizin, Bild 1 von 2

Die Referenten beim Patiententag (v.l.): Dr. med. Hartmut Grüger, die Neurologin Fariba Zolfaghari, Dr. med. Charles Lange, die Zahnmedizinerin Dr. Alexa von Gienanth und Dr. med. Rainer Frerich, HNO-Arzt.

In seiner Klinik verfügt er über Möglichkeiten, gefährliches Schnarchen zu erkennen und entsprechende Therapien einzuleiten. „Das kann mit mobilen Geräten wie beim Langzeit-EKG zu Hause laufen oder auch stationär bei uns im Schlaflabor“, erklärt der Mediziner.

Für die „Atemaussetzer“ gibt es verschiedene Therapien

Die Kombination zwischen ambulanter und stationärer Behandlung habe es so bislang in Düsseldorf nicht gegeben.

Für das Schnarchen mit Apnoen, wie die Atemaussetzer von Experten genannt werden, gibt es verschiedene Therapien. „Klassisch ist eine kleine Maske, die verbunden mit einem voll automatisch arbeitenden Gerät auf dem Nachttisch dafür sorgt, dass die Atemwege durch den erzeugten Überdruck offen bleiben. Das Schnarchen verschwindet ebenfalls.“

Am 25. März gibt es in der Klinik für Schlafmedizin von 17 bis 19 Uhr ein Patientenforum. Schwerpunktthema: Nächtliches Schnarchen mit Atemaussetzern. 

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung: Klinik für Schlafmedizin Düsseldorf, Hans-Günther-Sohl-Straße 6-10, Telefon 44774100, E-Mail: info@klinik-fuer-schlafmedizin.de www.klinik-fuer-schlafmedizin.de

Abhilfe schafft auch eine vom Zahnarzt angepasste weiche Zahnschiene, die nachts den Unterkiefer sieben Millimeter nach vorne zieht und so den Atemwegen mehr Raum verschafft. „Als dritte Variante gibt es auch eine Operation, durchgeführt von einem HNO-Arzt“, sagt Grüger, der nach 18 Jahren an der Diakonie in Kaiserswerth mit zwölf Mitgliedern seines Teams in die neu Schlafklinik gewechselt ist.

Insgesamt 88 verschiedene Schlafstörungen sind derzeit bekannt. Diese reichen von Einschlafstörung, Tagesmüdigkeit und Schnarchen bis zum Schlafwandeln oder Krampfanfällen im Schlaf. „Das wird in einer normalen Arztpraxis oft nicht erkannt. Wir können mit unseren Mitteln eine breite Facette von Schlafproblemen erkennen und behandeln“, sagt Grüger.

Auch psychogene Schlafstörungen können in der neuen Klinik erkannt und behandelt werden: „Wenn Menschen nicht einschlafen können, sich deshalb Druck machen und um ihre berufliche Leistungsfähigkeit fürchten, entsteht ein gefährlicher Teufelskreis“, erläutert Hartmut Grüger. Hier bietet sein 26-köpfiges Team, zu dem drei Ärzte gehören, ambulante Untersuchungen und regelmäßige Gesprächstermine an.

Zum guten Schlaf hat der Experte natürlich auch einige Tipps parat: „Wichtig ist ein möglichst stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus mit festen Einschlaf- und Aufstehzeiten, auch am Wochenende. Die Gesamtschlafzeit sollte zwischen sechs und acht Stunden liegen.“

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