Kinder aus ganz Deutschland messen sich bei Karate-Turnier.

Düsseltal
Lea Behlendorf zeigt beim Karate-Kata-Turnier eine tolle Leistung, die am Ende für den zweiten Platz reicht.

Lea Behlendorf zeigt beim Karate-Kata-Turnier eine tolle Leistung, die am Ende für den zweiten Platz reicht.

David Young

Lea Behlendorf zeigt beim Karate-Kata-Turnier eine tolle Leistung, die am Ende für den zweiten Platz reicht.

Düsseldorf. Noch einmal ruhig durchatmen, dazu ein lauter, spitzer Schrei, um die Konzentration zu steigern, und dann geht es los. Ein paar Schläge zum Brustkorb und noch ein paar Tritte zum Kopf. Nach gut einer Minute ist es dann auch schon vorbei und der imaginäre Gegner beim Karate-Kata-Turnier an der Rethelstraße erledigt.

Kata, der Begriff steht im Karate für eine genau festgelegte technische Übung, deren Bewegungsabläufe zur Abwehr von Angriffen und zum Konter eingesetzt werden können. Eine Kata dauert zwischen einer halben und einer Minute und wird allein ausgeübt.

Richtig zur Sache geht auch Lea Behlendorf. Der Zwölfjährigen sieht man die Freude an, wenn sie auf dem Parkett steht. Sie kämpft ziemlich wild und lässt die Füße durch die Luft wirbeln. „Mir macht das riesig viel Spaß“, sagt Lea Behlendorf, die die traditionelle Kampfkunst noch eher spielerisch sieht, „da sind noch ganz viele andere Kinder, und ich lerne, wie ich mich verteidigen kann.“

Früher wurde Lea gemobbt, jetzt wehrt sie sich gegen fiese Jungs

Mutter Simone ist froh, dass es ihrer Tochter so gut gefällt: „Sie ist ein zu liebes Mädchen. Sie hat sich in der Schule immer alles gefallen lassen und wurde daher gemobbt.“ Da kam die Idee zum Karate, das Leas Selbstbewusstsein mächtig aufgepäppelt hat. „Jetzt wehrt sie sich, wenn die Jungs sie ärgern und schreit auch zurück“, sagt Simone Behlendorf, „daher wird sie inzwischen in Ruhe gelassen.“

Großmeister und Lehrer Joachim Laupp, der an der Rethelstraße sein Europäisches Zentrum hat, verliert auch im Gewusel der etwa 60 Kinder nie den Überblick. Seine kurzen und knappen Kommandos werden von allen befolgt. „Ich sehe meine Karateschule auch als Möglichkeit der körperlichen und geistigen Erziehung“, sagt Laupp. „Wir Lehrer versuchen, alte Werte wie etwa Toleranz, Respekt, Akzeptanz und Mitgefühl zu vermitteln“. Disziplin gehört natürlich auch dazu, und beim Zuschauen sieht man, dass diese Lektion schon von den ganz Kleinen verstanden wird. Alles läuft in geordneten Bahnen ab. „Seit ich Karate mache, kann ich mich auch viel besser konzentrieren als früher“, meint der zwölfjährige Joshua Beiner.

Für die kleine Lea aus Trier hat sich die weite Anreise übrigens gelohnt. Ihre Vorführung wurde von den Kampfrichtern im Schnitt mit 6,1 Punkten bewertet. Das reichte am Ende zu Platz zwei.

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