Ein Franzose soll für die Brandserie in Oberbilker Kleingärten verantwortlich sein. Seine Aussagen vor Gericht waren wirr und durcheinander.

Gericht
Karl-Theodor Winters vor der abgebrannt Laute in der Anlage der Kriegsgeschädigten. Archiv

Karl-Theodor Winters vor der abgebrannt Laute in der Anlage der Kriegsgeschädigten. Archiv

Bernd und Ingrid Altrieth haben mitansehen müssen, wie ihr Gartenhäuschen abbrannte. Viele Erinnerungen sind vernichtet worden.

David Young, Bild 1 von 2

Karl-Theodor Winters vor der abgebrannt Laute in der Anlage der Kriegsgeschädigten. Archiv

Düsseldorf. Einen Monat lang versetzte ein Feuerteufel die Oberbilker Kleingärtner im Herbst vergangenen Jahres in Angst und Schrecken. Wegen schwerer Brandstiftung muss sich seit Montag Jean-Louis P. vor dem Landgericht verantworten. Der 39-Jährige soll sechs Brände gelegt und dabei auch in Kauf genommen haben, dass Menschenleben gefährdet werden. Der Franzose soll auf Antrag der Staatsanwaltschaft in die Psychiatrie eingewiesen werden, denn er leidet vermutlich an einer schizophrenen Psychose.

Begonnen hatte die Brandserie am 7. September im Kleingartenverein Stoffeln. Bernd und Ingrid Altrieth hatten den Franzosen schon morgens in ihrem Kleingarten gesehen und die Polizei verständigt. Die Beamten nahmen Jeans-Louis P. auch mit, setzten ihn aber später wieder auf freien Fuß. Am gleichen Abend brannte ihre Laube ab.

„Wir haben den Garten schon seit 37 Jahren. Da sind sehr viele Erinnerungen verloren gegangen“, erzählt das Ehepaar. Die beiden haben zusehen müssen, wie ihr kleines Paradies in Flammen aufging. Der Schaden von 30.000 Euro wurde von der Versicherung ersetzt. Das neue Häuschen ist bald fertig.

Danach soll der 39-Jährige noch fünf weitere Feuer gelegt habe, bis er von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurde. Auch dabei entstand zum Teil erheblicher Sachschaden.

39-Jähriger redete wirres Zeug zu seinem Lebenslauf

Damals hatte Jeans-Louis P. die Taten bei der Vernehmung eingeräumt. Am Montag sagte er zur Sache selbst nichts. Stattdessen wirkten seine Aussagen oft wirr und durcheinander. Er behauptete, an zwei verschiedenen Orten in Belgien und Frankreich geboren zu sein und gab als Berufsbezeichnung „internationaler Prostituierter“ an.

Das erste Feuer brach am 7. September 2014 spätabends beim Kleingartenverein Stoffeln aus. Die Serie endete am 4. Oktober beim Kleingartenverein der Kriegsgeschädigten. 

Betroffen waren außerdem die Anlagen „Neuland“, „Düsselblümchen“ und „Piel’s Kull“ im Südpark.

Nach Deutschland will er im Auto mit einer Gruppe Rumänen gekommen sein. Die hätten ihn aber vier Stunden von Düsseldorf entfernt auf einem Autobahn-Parkplatz abgesetzt. Von da aus sei er schwarz mit der Deutschen Bahn in die Landeshauptstadt gekommen, obwohl er eigentlich nach Bukarest, Paris oder Los Angeles gewollt habe. Zeitweise konnte selbst die Dolmetscherin des Franzosen seinen Angaben kaum folgen.

Fest steht, dass der 39-Jährige sich schon vor den Bränden in den Oberbilker Kleingärten aufgehalten und dort geschlafen hat. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

© WhatsBroadcast

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