240 000 Fluggäste auf den neuen Jets. Auch die Crews sollen jetzt hier stationiert werden.

wza_991x1500_430061.jpeg
Carsten Wirths (40) ist seit November 2007 für die Expansion der Lufthansa in Düsseldorf zuständig. Der Betriebswirt ist seit 1999 im Unternehmen und hat mit den Flughäfen über Konditionen für die Abfertigung etc. verhandelt.

Carsten Wirths (40) ist seit November 2007 für die Expansion der Lufthansa in Düsseldorf zuständig. Der Betriebswirt ist seit 1999 im Unternehmen und hat mit den Flughäfen über Konditionen für die Abfertigung etc. verhandelt.

STA

Carsten Wirths (40) ist seit November 2007 für die Expansion der Lufthansa in Düsseldorf zuständig. Der Betriebswirt ist seit 1999 im Unternehmen und hat mit den Flughäfen über Konditionen für die Abfertigung etc. verhandelt.

Düsseldorf. Carsten Wirths ist bei der Lufthansa Leiter des Programms "Expansion DUS". Die Passagierzahlen der größten deutschen Fluggesellschaft wurden von 2005 bis 2007 kräftig gesteigert, von 3,7 auf 4,3 Millionen. Da sich der positive Trend dank der neuen Betriebsgenehmigung des Flughafens fortgesetzt hat, dürfte das abgelaufene Jahr mit 4,6 Millionen Passagieren zu Buche schlagen. Hinter Air Berlin/LTU ist die Kranichlinie die Nummer zwei am Düsseldorfer Flughafen.

"Wir spüren die Krise. Aber bislang sind keine gravierenden Entscheidungen notwendig."

 

WZ: Herr Wirths, spürt die Lufthansa in Düsseldorf die Wirtschaftkrise?

Carsten Wirths: Wir spüren sie, jedoch zurzeit in geringerem Umfang als die Realwirtschaft. Die Firmen sparen an den Sachausgaben, und dazu gehören die Reisekosten. Bislang sind bei Lufthansa aber keine gravierenden Entscheidungen notwendig. Wir überprüfen unser Streckenportfolio. Auf einigen Strecken werden Frequenzen verringert oder zwei Flüge mit kleineren Flugzeugen durch einen mit einem größeren ersetzt.

Leiter Expansion DUS - das ist ein merkwürdiger Titel. Gibt es in Ihrem Unternehmen Vergleichbares an einem anderen Standort?

Wirths: Nein. Er ist der Bedeutung des Düsseldorfer Flughafens in einem außergewöhnlichen starken Markt geschuldet.

Ihre Aussage passt zum besonderen Verhältnis der Lufthansa zu Düsseldorf. Früher hat sie sich geziert, Düsseldorf als Drehkreuz zu bezeichnen. Heute nimmt man das Wort zumindest in den Mund.

Wirths: Wobei Düsseldorf für uns kein Drehkreuz (Hub) ist. Lufthansa bündelt maßgebliche Verkehre in alle Welt in den Hubs Frankfurt und München. Dort haben die Flughäfen schlichtweg viel mehr Kapazitäten, als in Düsseldorf - dafür sind die Märkte dort kleiner. Die drei seit Mai in Düsseldorf stationierten großen Flugzeuge für die Langstrecken nach New York, Chicago und Toronto und im Winter Miami bedienen zwar in erster Linie den lokalen Markt, wir verzeichnen aber auch zwischen 30 und 50Prozent Umsteigerpassagiere. Es gibt in Düsseldorf also Drehkreuz-ähnliche Funktionen.

Bereits im Juni haben Sie den 50000. Fluggast an Bord eines Airbus A 340 ab Düsseldorf begrüßt. Wie lautet die Jahresbilanz für die neuen Interkontinentalflüge?

Wirths: Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Wir haben rund 240 000 Passagiere gezählt, die Auslastung der Jets lag zwischen 80 und 90 Prozent und damit über dem Konzerndurchschnitt. Das liegt auch daran, dass wir mit unseren Partnern United Airlines und Air Canada in Chicago und Toronto hervorragende Anschlussflüge in die USA bieten können - in Toronto funktioniert die Weiterreise sogar schneller und unkomplizierter als in den Vereinigten Staaten selbst. Das wissen viele Kunden nicht und sind dann sehr erfreut.

Wie viele neue Arbeitsplätze hat das Wachstum in Düsseldorf gebracht?

Wirths: 500, die Zahl der Arbeitsplätze durch unser Engagement in Düsseldorf liegt jetzt bei rund 2500. Wir prüfen zudem, die Crews für die Fernstrecken hier zu stationieren.

Gibt es weitere Expansionspläne, wo doch Air Berlin ihre China-Flüge eingestellt hat?

Wirths: Nein, derzeit nicht. Wir müssen abwarten, wie sich das Jahr entwickelt. Grundsätzlich werden immer wieder Optionen wie etwa die Westküste der USA durchdacht, aber die Lufthansa prüft solche Entscheidungen lieber vorab sehr sorgfältig.

In Lohausen knubbelt es sich am Check in morgens immer wieder bedenklich, manchmal verpassen Kunden deswegen ihren Flug. Ist das nicht besser in den Griff zu bekommen?

Wirths: Daran arbeiten wir und haben vieles verbessert. Es gibt mehr Schalter, mehr Platz und schnellere Abläufe. Unsere Kunden nutzen zunehmend die neuen Möglichkeiten des Check in. Diese gehen ja über die bekannten Automaten hinaus. Es gibt doch nicht Bequemeres, als sich zu Hause oder im Büro die Bordkarte auszudrucken. Sie können heute sogar per SMS einchecken und bekommen einen Barcode auf Ihr Handy-Display gesendet, den Sie bei der Kontrolle über den Scanner halten. Einfacher geht’s eigentlich nicht mehr.

Direkt neben dem Terminal A, das von der Lufthansa genutzt wird, entsteht zurzeit ein Parkhaus mit 2800 Stellplätzen. Wie wichtig ist das für Sie?

Wirths: Wir freuen uns sehr auf das Parkhaus. Es wird nun im Juli und damit nur etwas später fertig als geplant. Das Parkhaus bedeutet für unsere Passagiere Zeitersparnis und Erleichterung, denn die Parkhäuser 1 bis 3 laufen am Vormittag schnell voll - und das dann anzusteuernde P8 liegt am anderen Ende des Terminalkomplexes. Das sind übrigens genau die Stellschrauben, an denen der Flughafen richtigerweise dreht: Gute Erreichbarkeit, schnelle Abfertigungszeiten und die kurzen Wege machen den Flughafen und die Airlines erfolgreich. Für den Passagier kommt es auf eine attraktive Reisezeit von Tür zu Tür an.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer