Speziell beschichtete Wände schicken den Strahl einfach zurück. Nun wird in der Altstadt überlegt, ob das auch hier eine Lösung sein könnte.

Ein populäres Youtube-Video zeigt, wie es funktioniert. In St. Pauli läuft die Aktion bereits und wird als Erfolg bezeichnet. F: Screenshot Youtube/IG St. Pauli
Ein populäres Youtube-Video zeigt, wie es funktioniert. In St. Pauli läuft die Aktion bereits und wird als Erfolg bezeichnet. F: Screenshot Youtube/IG St. Pauli

Ein populäres Youtube-Video zeigt, wie es funktioniert. In St. Pauli läuft die Aktion bereits und wird als Erfolg bezeichnet. F: Screenshot Youtube/IG St. Pauli

Ein populäres Youtube-Video zeigt, wie es funktioniert. In St. Pauli läuft die Aktion bereits und wird als Erfolg bezeichnet. F: Screenshot Youtube/IG St. Pauli

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Ein populäres Youtube-Video zeigt, wie es funktioniert. In St. Pauli läuft die Aktion bereits und wird als Erfolg bezeichnet. F: Screenshot Youtube/IG St. Pauli

Düsseldorf. Karneval ist nicht nur lustig. Vor allem das Scherbenchaos und das unkontrollierte Pinkeln an Hauswände verdirbt vielen den Spaß. Mit dem Glasflaschenverbot und strengen Kontrollen rund um die Altstadt hat man das eine Problem inzwischen in den Griff bekommen. Eine Lösung für das andere könnte aus Hamburg kommen. Seit März vergangenen Jahres läuft dort mit großem Erfolg die Aktion „St. Pauli pinkelt zurück“.

Das Konzept sieht so aus: Wände werden mit einem Speziallack überzogen, der den Strahl praktisch im selben Winkel zurückschickt. Auch in Köln ist das Konzept schon übernommen worden. „So etwas könnte ich mir gut auch in Düsseldorf vorstellen“, sagt Isa Fiedler, die Sprecherin der Altstadtwirte, „ich finde, das ist eine sehr gute Idee.“

Sogar San Francisco hat das Konzept übernommen

Allerdings müsste die Initiative von den Hausbesitzern in der Altstadt kommen. Ein ähnliches Konzept hat es in Düsseldorf auch schon einmal gegeben. „Die Franziskaner haben am Altstadtgäßchen ein Edelstahlgitter montiert, das so ähnlich funktionierte, um das Fundament zu schützen“, erklärte Dirk Schaper, langjähriger Vorsitzender der Altstadtgemeinschaft, „da kam der Strahl auf die Schuhe zurück.“ Als der Platz umgestaltet wurde, verschwanden auch die Edelstahlgitter.

In Hamburg wurde der Speziallack auf Initiative der Interessengemeinschaft St. Pauli eingeführt. „Natürlich haben wir keine Betroffenenberichte. Die würden sich ja sonst selbst einer Ordnungswidrigkeit bezichtigen“, sagt Julia Staron, Quartiersmanagerin auf dem Kiez, „aber insgesamt ist die Aktion ein großer Erfolg. Und es stinkt nicht mehr so sehr“, lautet ihre Bilanz.

Durch die zahlreichen Warnschilder, die an den Wänden in dem Amüsierviertel angebracht sind, sei vor allem die Diskussion über das Thema angestoßen worden. Die Aktion „St. Pauli pinkelt zurück“ hat überregional für Aufsehen gesorgt. Mehr als fünf Millionen Mal wurde das Youtube-Video angeklickt.

Kommt die Botschaft bei Leuten nach dem siebten Bier noch an?

Auf St. Pauli hat man eine weitere Idee. Dort wurde zusätzlich in Gaststätten die Pinkel-Karte eingeführt.

Gäste, die auf die Toilette gehen, können sich das abstempeln lassen. Wer sechs Stempel hat, bekommt einen Schnaps umsonst.

Etwa 30 Kneipen beteiligen sich in Hamburg bereits an der Pinkel-Karte, die von einem Getränkehersteller gesponsert wird.

Viele andere Städte haben sich für den Speziallack interessiert. Sogar San Francisco hat ihn inzwischen übernommen - obwohl der Lack in den USA hergestellt wird. Seit November hat die Deutsche Bahn eine Riesenwand am Kölner Hauptbahnhof damit bestrichen.

Indes, in Düsseldorf sind manche noch nicht völlig von dem Konzept überzeugt. Dirk Schaper etwa hat Zweifel, ob die Idee wirklich funktioniert: „Wer betrunken ist und dringend pinkeln muss, wird sich von einem Schild wahrscheinlich kaum davon abhalten lassen.“

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