Grüne sehen den Belag kritisch, die CDU hält dagegen. 2018 werden fünf Sportplätze erneuert.

Grüne sehen den Belag kritisch, die CDU hält dagegen. 2018 werden fünf Sportplätze erneuert.
Beim SV Lohausen (hier eine Jugendmannschaft mit LSV-Mitglied und DFB-Vize Peter Frymuth) haben am Neusser Weg beide Fußballplätze einen Kunstrasenbelag. Archiv

Beim SV Lohausen (hier eine Jugendmannschaft mit LSV-Mitglied und DFB-Vize Peter Frymuth) haben am Neusser Weg beide Fußballplätze einen Kunstrasenbelag. Archiv

J. Michaelis

Beim SV Lohausen (hier eine Jugendmannschaft mit LSV-Mitglied und DFB-Vize Peter Frymuth) haben am Neusser Weg beide Fußballplätze einen Kunstrasenbelag. Archiv

In kaum einer deutschen Großstadt können die Fußballer auf so vielen Kunstrasenplätzen kicken wie in Düsseldorf. Seit 2001 wird dieser Belag im großen stil quer durch die Stadt verlegt – vor allem anstelle der ungeliebten Asche. In den letzten Jahren hat die Stadt hier freilich ihre Ausgaben heruntergefahren, es wird mehr ausgebessert als neu angelegt. Und jetzt stellen die Grünen den Kunstrasen sogar generell in Frage – aus Kosten- und Umweltgründen.

Grüne: Kunstrasen ist schädlicher für die Umwelt als „echter“

Zum einen sei dieser Belag mit etwa 700 000 Euro pro Großspielfeld sehr teuer; zum anderen verschlinge der Kunststoff im Vergleich zum Naturrasen deutlich mehr Energie, von der Flächenversiegelung ganz abgesehen, sagen Iris Bellstedt und Wolfgang Scheffler. Und dann sorgen sich die Grünen auch noch um etwaige Gesundheitsgefahren, weil das mitverfüllte Gummigranulat zum Teil schädliche Zusätze enthalte.

Der CDU-Sportexperte Stefan Wiedon gerät da in Wallung: „Eine Rückumwandlung von Kunst- in Naturrasen zu fordern, ist aus sportlicher Sicht schlicht Wahnsinn.“ Denn der echte Rasen sei viel weniger belastbar, bei Vereinen mit vielen Mannschaften schon nach kürzester Zeit ruiniert: „Das gilt vor allem zwischen November und März, da könnten viele Vereine ihren Betrieb gleich einstellen. Zudem sind die dann holprigen Rasenplätze eine viel größere Gesundheitsgefahr für die Spieler als der Kunstrasen.“ Tatsächlich ist etwa Eller 04 gar nicht glücklich mit seinem zweiten (kleinen) Rasenplatz (zuvor Asche), weil der in Herbst und Winter oft nicht nutzbar ist.

Andererseits hat eine Studie (wie berichtet) jüngst ergeben, dass nicht alle Kunstrasenplätze wirklich stark genutzt werden, die Analysten empfahlen der Stadt explizit, bei zukünftigen Investitionen größere Vorsicht und Zurückhaltung. Damit kann auch Wiedon leben: „Natürlich müssen nicht alle Klubs zwei Kunstrasenplätze haben, nicht jeder Aschenplatz muss teuer umgerüstet werden.“

Im nächsten Jahr soll es drei komplett neue Kunstrasenplätze geben – zwei im Hockeybereich, einer im Fußball (TSV Urdenbach). Ansonsten werden für insgesamt 720 000 Euro fünf Plätze saniert. Im großen Stil sind das die abgenutzten Kunstrasenplätze beim TV Kalkum-Wittlaer und bei Tusa 06 in Flehe, deren Belag komplett erneuert wird; einzelne Stellen ersetzt werden beim Polizei-Sportverein in Grafenberg, bei Eller 04 und TuS Gerresheim.

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