Bei der Interessenvertretung und in der Politik ist man sich einig: Der leere Saal im Kunstpalast ist vergeudeter Raum.

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Um den leeren Saal 1 im Kunstpalast zu füllen, gibt es neuerdings sogar eine Leselounge.

Um den leeren Saal 1 im Kunstpalast zu füllen, gibt es neuerdings sogar eine Leselounge.

Bernd Schaller

Um den leeren Saal 1 im Kunstpalast zu füllen, gibt es neuerdings sogar eine Leselounge.

Düsseldorf. Wie eine Bombe schlug der WZ-Bericht vom Samstag über den verschenkten Saal im Kunstpalast ein: Da sucht die Stadt händeringend nach Platz, um millionenschwere Sammlungen nach Düsseldorf zu holen, und dort wird ein teurer, bestens klimatisierter Trakt für Mäntel und Geschenkartikel zweckentfremdet. Laut Beate Berrischen, Pressesprecherin für den Bund der Steuerzahler NRW, soll eine Anfrage dazu an die Stadt gestellt werden.

Kultursprecher Alexander Fils (CDU) nennt es einen "verführerischen Gedanken", durch Verlagerung von Museums-Shop, Kasse und Garderobe Platz für Ausstellungen der Sammlung zu erhalten. Ein Problem sei allerdings, dass der Architekt Oswald Matthias Ungers ein Veto eingelegt habe, den Shop in den Eingang zu verlegen.

Böcker (CDU): Die Stiftung muss sich mehr öffnen

Toni Mörger von den Grünen spricht von einem "Unding", einen bestens ausgestatteten Raum zu missbrauchen. Die Sammlung Kemp für moderne Kunst in die Eingangshalle zu bringen, habe einiges für sich. Düsseldorf müsse wieder den Stellenwert erreichen, den es in den 1960er Jahren hatte, und dazu gehöre als Flaggschiff das museum kunst palast.

FDP-Geschäftsführer Manfred Neuenhaus (FDP) fasst die Stimmung im Rat zusammen: "Es gibt selten eine so klare, einheitliche Meinung wie bei diesem verschenkten Raum." Er findet aber auch die Art, wie man mit dem Museumsbau umgeht, nicht gut. Seine frohe Botschaft: "Wir haben 26 neue Stellen im Immobilien-Management bewilligt, damit alles in unseren Häusern funktioniert."

Annelies Böcker (CDU) findet nur eines merkwürdig: "Wir wissen kaum etwas von den Problemen der Museums-Stiftung. Das ist aber falsch. Die Stadt muss öffentlich darlegen, was möglich und was nicht möglich ist."

Während Insider überlegen, wohin Museums-Shop, Kasse und Garderobe verschwinden sollen, muss Bürgermeister Friedrich Conzen seine Lieblingsidee eines Museums-Erweiterungsbaus in naher Zukunft begraben: "Wir kommen um ein Provisorium nicht herum", stöhnt er und wirft ein Auge auf das NRW-Forum im Ehrenhof-Komplex, eine Immobilie der Stadt. Werner Lippert vom NRW-Forum freilich findet den Gedanken weniger lustig. Er halte nichts davon, vom "erfolgreichsten Museum einen Raum wegzunehmen, damit das am wenigsten erfolgreiche Museum mehr Platz hat".

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe beschwichtigt: "Wir arbeiten am Gesamtkonzept für das museum kunst palast. Wir haben Willi Kemp zugesagt, seine Sammlung permanent auszustellen." An dessen Sammlung hat auch Duisburg schon Interesse.

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