Der neue Bezirksvorsteher Karsten Kunert (SPD) über Polit-Patt, Verkehrswende und Wohnviertel.

Seit 14 Jahren sitzt Karsten Kunert für die SPD im Gerresheimer Rathaus. Jetzt ist er Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 7.
Seit 14 Jahren sitzt Karsten Kunert für die SPD im Gerresheimer Rathaus. Jetzt ist er Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 7.

Seit 14 Jahren sitzt Karsten Kunert für die SPD im Gerresheimer Rathaus. Jetzt ist er Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 7.

Judith Michaelis

Seit 14 Jahren sitzt Karsten Kunert für die SPD im Gerresheimer Rathaus. Jetzt ist er Bezirksvorsteher im Stadtbezirk 7.

Düsseldorf. Im WZ-Interview spricht der neue Bezirksvorsteher Karsten Kunert (SPD) über das Polit-Patt, die Verkehrswende und Wohnviertel.

WZ: Herr Kunert, bei der Kommunalwahl war noch gar nicht absehbar, dass Sie Chef im Stadtbezirk werden würden. Wann ist Ihnen das klar geworden?

Kunert: In der Tat, noch nach der OB-Stichwahl sah es nicht danach aus, da sondierten CDU und Grüne für ein Bündnis. Als die Gespräche scheiterten und dann die FDP vor der konstituierenden Sitzung am 1. Juli bekanntgab, dass sie nicht mit der CDU stimmen würde, da rückte plötzlich eine Mehrheit für mich in greifbare Nähe.

Und nun sind Sie Bezirksvorsteher: Wie lebt es sich als solcher?

Kunert: Ich bin es jedenfalls sehr gerne und fände übrigens den Titel Bezirksbürgermeister besser, darunter können sich die Leute etwas vorstellen. Manchmal ist es schwierig, den Beruf und dieses Amt zeitlich in Einklang zu bringen, aber bislang klappt es gut. Erstaunt hat mich, dass doch einige Leute, sogar aus der Politik, glaubten, Bezirksvorsteher sei man hauptamtlich und mit guter Bezahlung.

Er ist 55 Jahre alt, geschieden, hat eine Tochter, studierte Sozialwissenschaften, Philosophie und Psychologie. Beruf: Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion in Mettmann und privater Messebauer. SPD-Eintritt: 1982, Mitglied der BV 7 seit 2000

Politisch haben Sie es mit heiklen Mehrheitsverhältnissen zu tun.

Kunert: Ja, es gibt eine Art ständiges Patt, es ist oft nicht klar, wie eine Abstimmung ausgeht. Ich finde das aber gar nicht schlimm, denn so müssen alle wirklich seriös an Inhalten und einer tragfähigen Lösung arbeiten. Ich sehe mich da als Moderator.

Zu den Inhalten: Was haben Sie sich in den nächsten Jahren vorgenommen?

Kunert: Wir müssen das Verkehrsproblem angehen. Ich glaube, dass es vor allem darum gehen muss, mehr Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Wir bekommen tausende Neubürger in den Siedlungen Quellenbusch, Glashütte und später auf dem Kasernengelände, das heißt: Es muss auch neue Gleise geben, denn die Leute steigen nicht in einen Bus, der im gleichen Stau wie die Autos steht. Außerdem brauchen wir mehr und bessere Radwege.

Dauerbrenner Benderstraße: Kommt denn nun die Umgestaltung angesichts von leereren Kassen?

Kunert: Davon gehe ich aus. Sie ist sachlich sehr sinnvoll und vor allem wird die Straße ja ohnehin zur Großbaustelle, wenn die Rheinbahn die neuen Haltestellen für die Wehrhahnlinie anlegt. Es wäre wirklich unsinnig, die Straße dabei nicht auch endlich umzugestalten – etwa mit breiteren Gehwegen für mehr Aufenthaltsqualität.

Ein Dauerbrenner ist auch das Glasmacherviertel.

Kunert: Da geht es nicht gerade schnell, aber es geht voran. Ich meine, Baugenehmigungen müssten zügiger erteilt werden.

Wohnviertel oder Flüchtlingsheim: Was wird aus der Kaserne Hubbelrath? Kunert: Kurzfristig kann man da gut Flüchtlinge unterbringen. Wir müssen diesen Menschen doch helfen. Langfristig aber bleibt es natürlich dabei, dort ein neues Wohnquartier zu errichten.

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