Elke Seifert vom Westdeutschen Autorenverband spricht über das Jubiläum und die Lust am Schreiben.

Elke Seifert (3.v.l.) mit engagierten Helfern und Autoren. Der jüngste Schreiber Timon Thöne (2.v.r.) ist 19.
Elke Seifert (3.v.l.) mit engagierten Helfern und Autoren. Der jüngste Schreiber Timon Thöne (2.v.r.) ist 19.

Elke Seifert (3.v.l.) mit engagierten Helfern und Autoren. Der jüngste Schreiber Timon Thöne (2.v.r.) ist 19.

Seifert

Elke Seifert (3.v.l.) mit engagierten Helfern und Autoren. Der jüngste Schreiber Timon Thöne (2.v.r.) ist 19.

Düsseldorf. Die meisten Autoren können nicht vom Schreiben leben. Das war immer so. Auch vor 40 Jahren, als sich einige in Westdeutschland lebende Schriftsteller zum Westdeutschen Autorenverband zusammenschlossen. „Unsere Organisation versteht sich nicht als Berufsverband, sondern richtet sich an Quereinsteiger, Laien und Literaturinteressierte,“ erklärt Jan Michaelis, der sich als einer der Altvorderen immer noch für Literatur und das (Vor-)Lesen engagiert. Vor fünf Jahren übergab er die Geschäftsführung an Elke Seifert, die am 8. Juli das 40-jährige Jubiläum organisiert. Ein literarisches Gartenfest von 11 bis 18 Uhr, auf der Julius Raschdorff-Straße 63.

Märchen, Kurzgeschichten, Gedichte oder Lieder werden hier im Grünen gelesen oder gesungen. Einzige Bedingung: alle Texte müssen die Autoren selbst geschrieben haben. Bisher haben sich 23 Autoren, zwei Künstler und eine Feuer-Artistin angemeldet, sagt Elke Seifert. Von Hause Krankenschwester und Mutter von drei (mittlerweile erwachsenen) Söhnen ist die 59-jährige erst in ihrer zweiten Lebenshälfte zum Schreiben gekommen. „Ich schreibe für Menschen, die es gibt“, sagt sie im WZ-Gespräch. Mit Vorliebe verfasst sie Märchen und Gedichte. „Häufig im Auftrag von Freunden oder Kunden, für Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen.“

Ihre Schreib-Begabung entdeckte Seifert erst 2002 und veröffentlichte ihr erstes Buch „Schlüssel zum Glück“. Elf Märchen sind darin zusammengefasst. Das Erstaunliche für sie bei Lesungen: „Viele Zuhörer erkennen sich in meinen Erzählungen wieder.“ Doch ihr Talent und die Lust an der Suche nach immer neuen Redewendungen und Wort-Schöpfungen fielen nicht vom Himmel. Seit ihrer Kindheit hat sie gelesen. Und als Mädchen kurze Gedichte geschrieben.

Als Elke Seifert dazukommt, ist der Verband noch ein Altherren-Verein

Vor fünf Jahren stieß sie durch Zufall auf den Verband, der Autoren hilft, Lesungen zu organisieren. „Damals war es eher ein leicht angestaubter Altherren-Verein.“ Das sei jetzt anders. Immerhin zählen heute 42 Autor(inn)en zum WAV, im Alter von 19 bis 85. Prominentes Mitglied ist der Deutsch-Russe Leo Litz, mit dem Seifert bereits zweimal zu Lese-Reisen nach St. Petersburg eingeladen war. Die künstlerische Bandbreite der im WAV organisierten Autoren ist groß: Krimis, Kurzgeschichten, Romane, Biografien, Science-Fiction, Lustiges und Absurdes.

Regelmäßig treffen sie sich an jedem dritten Mittwoch im Monat im Bürgerhaus Bilk im Salzmannnbau und in „Elkes Art-Salon“, Seiferts Zimmertheater, das sie im Keller ihres Hauses in Garath eingerichtet hat. An diesen Abenden stellen meist drei Schreibkünstler ihre neuen Werke vor. Interessenten und neue Autoren jeden Alters sind herzlich willkommen, sagt Seifert.

Ihre Hauptaufgabe in den letzten Monaten: Neben der Vorbereitung des Jubiläums betreut sie den Nachwuchs, lädt zu Workshops ein, ermutigt die Literatur-Novizen, übt mit ihnen das Vor-Lesen und stiftet Kontakte zu Verlegern. „Im Augenblick sehe ich mich eher als Geburtshelfer und komme selber kaum zum Schreiben.“

Einer, der sie tatkräftig dabei unterstützt und stets auf der Suche nach Talenten ist: Detlef Knut von der Edition Oberkassel, der als Verleger schon manche Erstlingswerke herausgebracht hat. Außerdem gibt der WAV jedes Halbjahr Flyer mit Lesungs-Terminen heraus, die bis nach Mönchengladbach verteilt werden. Das klingt nach gut bezahltem Kultur-Job. „Irrtum“, kontert Seifert. „Das mache ich ehrenamtlich.“ Und sie kann es sich leisten, weil ihr Mann einem gut bezahlten Beruf nachgeht. Eine Lehre aus ihrer Tätigkeit hat sie gezogen: „Wenn man mit dem Schreiben beginnt, sollte man nicht darauf setzen, damit schnell Geld zu verdienen.“

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