Bei „Raplab“ nähern sich junge Menschen musikalisch und filmisch ihrem Stadtteil an.

Bei „Raplab“ nähern sich junge Menschen musikalisch und filmisch ihrem Stadtteil an.
Auch Vincent, EviN und Teodora (v.l.) haben bei Raplab mitgemacht. Sie rappen gemeinsam über Eller, den Stadtteil, in dem EviN und Teodora leben.

Auch Vincent, EviN und Teodora (v.l.) haben bei Raplab mitgemacht. Sie rappen gemeinsam über Eller, den Stadtteil, in dem EviN und Teodora leben.

Lepke

Auch Vincent, EviN und Teodora (v.l.) haben bei Raplab mitgemacht. Sie rappen gemeinsam über Eller, den Stadtteil, in dem EviN und Teodora leben.

Düsseldorf. „In Eller stirbt man schneller“ – diesen Satz haben auch Teodora und EviN schon oft zu hören bekommen. Die beiden leben schon seit vielen Jahren in Eller. Für das „Raplab“ haben sie sich nun überlegt, was ihren Stadtteil ausmacht.

Denn genau darum geht es bei dem Kooperationsprojekt zwischen Zakk und Filmwerkstatt: Stadtteile, die sonst nicht besonders im Fokus liegen, thematisieren und einmal auf ganz andere Weise wahrnehmen – musikalisch und filmisch.

In den Stadtteilen Rath, Eller, Oberbilk und Flingern Süd haben sich dafür junge Rapinteressierte getroffen und gemeinsam überlegt, was die Menschen dort bewegt. Dann wurden gemeinsam – in kleinen Gruppen oder einzeln – Rap-Texte erarbeitet. So sind sieben Musikstücke entstanden. „Alle haben viel Talent mitgebracht. Deswegen sind die Ergebnisse auch richtig gut geworden“, sagt Ugur Kepenek von der Hip-Hop-Formation „Mental Movement“. Er hat die Gruppen beim Entstehungsprozess begleitet. Bei der Entwicklung der Raps seien die Musiker aber frei gewesen. Manche erzählen dabei Geschichten, die sie in ihrem Stadtteil erlebt haben, andere beschreiben die generellen Veränderungen, die die Orte in der Stadt ständig mitmachen.

Kombination aus Video und Rap soll neuen Blick auf Stadtteile bieten

„Unsere Gruppe wurde erstmal auf Städtereise geschickt“, sagt Nils Kemmerling von der Filmwerkstatt. Die Teilnehmer des filmischen Projektteils sollten so entdecken, was ihnen auffällt und herausfinden, mit welchen Augen sie ihre Stadt sehen. Dabei sind mit verschiedenen Filmtechniken ganz neue Blickwinkel entstanden: Spiegelungen der Gebäude in Regenpfützen oder Schaufenstern, Bild-Aufnahmen aus dem Stadtarchiv, die verschieden Ecken zu längst vergangener Zeit zeigen, oder Bilder vom Boden, über den man jeden Tag geht, den man aber nie genauer betrachtet.

All diese Aufnahmen werden zu einer etwa zwanzigminütigen Videoinstallation zusammengeschnitten. Die Bilder sind meist auf die Texte der Lieder aus dem Rap–Workshop abgestimmt. Durch die Kombination der beiden Elemente, soll ein neuer Blick auf die Stadtteile gegeben werden.

„Es war interessant zu erfahren, wie die jungen Menschen, die hier teilgenommen haben, über ihren Stadtteil denken“, sagt Kepenek. Alle seien sehr kritisch an das Thema herangegangen. Trotzdem scheine bei allen Ergebnissen auch immer die Liebe und Verbundenheit zum eigenen Stadtteil durch. „Bei aller Kritik: Keiner will seinen Stadtteil verlassen und woanders hinziehen“, so der Rapper.

Teodora fand es schwierig, ein passendes Bild von Eller abzugeben. Eigentlich habe sie den Stadtteil positiv beschreiben wollen – immerhin wohne auch die 23-Jährige gerne dort. „Während wir für das Lied überlegt haben, gab es in der Nähe meiner Wohnung eine Schießerei“, sagt sie. Das sei dann natürlich auch in den Song eingeflossen. Trotzdem ist die Botschaft aus dem Eller-Rap: „Es ist eigentlich nicht so wild, komm und mach dir dein eigenes Bild“.

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