Von der Rockmusik ins Winterbrauchtum. Urmel Strunk macht mit ihrer Band Kokolores ihre zweite Karriere.

Von der Rockmusik ins Winterbrauchtum. Urmel Strunk macht mit ihrer Band Kokolores ihre zweite Karriere.
Jeck erst recht, meint Ursula Strunk. Beim Mottolied ihrer Band Kokolores geht auf den Bühnen die Post ab.

Jeck erst recht, meint Ursula Strunk. Beim Mottolied ihrer Band Kokolores geht auf den Bühnen die Post ab.

Rebecca Frankenhauser-Mundi

Jeck erst recht, meint Ursula Strunk. Beim Mottolied ihrer Band Kokolores geht auf den Bühnen die Post ab.

Düsseldorf. Es war 1998, da gewann Ursula „Urmel“ Strunk mit ihrer Band Eden die CityBeats. Die Band galt damals als größte Düsseldorfer Hoffnung in Sachen Rockmusik. Der Meinung war auch Slash, legendärer Gitarrist von Guns’n Roses, der Eden mit nach Los Angeles nahm. Der Ausflug in die USA bescherte Urmel Strunk viele unvergessliche Erinnerungen, aber nicht den erhofften großen Durchbruch. Jetzt ist die 48-Jährige wieder da. Mit ihrer Band Kokolores hat sie in diesem Jahr mit „Jeck erst recht“ das Mottolied geschrieben und ist innerhalb von drei Jahren zur festen Größe unter den Brauchtumsbands geworden.

Für Urmel Strunk keineswegs ein Bruch mit Prinzipien: „Wir machen weiter unsere eigenen Sachen. Es sind unsere eigenen Songs. Ich stehe zu der Musik und muss mich kein bisschen verbiegen. Und wenn die Leute vor der Bühne hüppen, ist das toll.“ Es hat allerdings einige Zeit gedauert, bis sie den Weg in den Karneval eingeschlagen hat. Die Familie ist bei den Rather Aape aktiv und mit den Narren aus dem Norden hat die Sängerin schon immer gern gefeiert.

Zwei Jahre lang dauerte die Entscheidungs-Findung

Von der Rockmusik ins Winterbrauchtum. Urmel Strunk macht mit ihrer Band Kokolores ihre zweite Karriere.
Foto: Eden

Urmel Strunk mit Ehemann Jörg und Slash, der die Band damals mit nach Amerika nahm.

Zwei Jahre lang dachte Urmel Strunk nach, bis sie 2014 Kokolores gründete: „Für die Vorstellabende des Carnevals Comitees war es damals schon zu spät. Ich bin dann zum Vorsingen der KG Regenbogen gegangen.“ Die Karnevalisten wollten sie gar nicht mehr von der Bühne lassen. Und so blieb die Sängerin.

Zugegeben, der Traum war mal ein anderer. Slash hatte die Newcomer damals zunächst mit auf Deutschland-Tournee genommen. „Im Kölner E-Werk haben wir damals 40 CDs verkauft. Das war sensationell“, erinnert sich die Düsseldorferin. Doch das war erst der Anfang, Slash traute Eden eine Karriere in Amerika zu, die Band zog nach Los Angeles um: „Da würden wir herumgereicht, 50 oder 60 Shows haben wir in den USA gespielt. Aber den großen Deal haben wir nicht bekommen.“

Die meisten Konzerte gab Eden im Cats Club in Los Angeles, der John Slim Phantom, dem Drummer der Stray Cats, gehörte: „Da saßen dann manchmal Gene Simmons oder Jeff Beck im Publikum. In Düsseldorf tauchte sonst meist nur die Musiker-Polizei auf.“ Doch nach einem halben Jahr war das Abenteuer Amerika beendet, weil die Visa abgelaufen waren: „Unser Gitarrist ist dort geblieben und hat geheiratet.“

Zurück in Düsseldorf wurde Eden dann sehr schnell Geschichte. Nach einer Kunstpause wagte Urmel Strunk dann einen Neuanfang als Profi-Musikerin, arbeitete unter anderem mit renommierten Show-Bands wie „The Clou Experience“ zusammen. Mit dem Orchester Ardo tritt sie außerhalb der Session bei Schützen- und Oktoberfesten auf, gibt Konzerte mit DJs und auch Akustik-Konzerte.

Mit Kokolores ist sie nun die ganze Karnevalssession unterwegs, möchte aber auch ganzjährig auf der Bühne stehen. Diesmal wird die Karnevalszeit für die Sängerin allerdings besonders stressig. Sie erzählt: „Meine Tochter Marlene ist Kinder-Venetia bei den Düsseldorfer Originalen.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer