Düsys geben sich im Karnevalskonzert „Frech wie Blech“.

Mal ohne den strengen schwarzen Frack: die Düsseldorfer Symphoniker.
Mal ohne den strengen schwarzen Frack: die Düsseldorfer Symphoniker.

Mal ohne den strengen schwarzen Frack: die Düsseldorfer Symphoniker.

Tonhalle

Mal ohne den strengen schwarzen Frack: die Düsseldorfer Symphoniker.

Düsseldorf. Unter dem Motto "Das schwarze Loch" stand diesmal das Karnevalskonzert der Düsseldorfer Symphoniker, das die Blechbläser des Orchesters bestreiten. "Frech wie Blech" ist ja der Titel der mittlerweile zwölf Jahre alten Traditionsreihe, und aus närrischem Anlass geben sich die Musiker entsprechend renitent.

Ein schwarzes Loch bietet sich dem Betrachter beim Blick in den Schalltrichter der Blechblasinstrumente. Aber es ist auch die Bezeichnung für gewaltigste Fälle von Materie-Anziehung im Weltraum. Und da in der Tonhalle derzeit jedes hauseigen organisierte Konzert einen Planetariums-Bezug haben muss, greift man nun auch hier nach den Sternen.

Unterdessen guckt der Observator ein bisschen in die Röhre, denn ganz so lustig will die humoristische Brechung der interstellaren Unendlichkeit nicht gelingen. Anspielungen und Doppeldeutigkeiten wie ein optischer Orchesterstreik (die Musiker blieben zunächst versteckt) wirken mit der Zeit etwas verkrampft.

Bunte Strohhalme sorgen für ein bisschen Ablenkung

Phosphoreszierende bunte Strohhalme wurden sodann in der abgedunkelten Tonhalle ausgeteilt - damit hatte man zumindest ein bisschen Ablenkung. Beispielsweise zog sich die Blechbläser-Adaption des Silvester-Klassikers "Dinner for One" mit seinen vorhersehbaren Prozeduren arg in die Länge. Und die Persiflage über Franz Liszts 2. Ungarische Rhapsodie kam mit so viel Puszta und Paprika daher, dass man schon aufstoßen musste.

Einen glitzernden Farbtupfer brachte ein hoher Besuch ins Programm: das Karnevalsprinzenpaar Lothar Hörning und Ute Heierz-Krings beehrte in prunkvollem Ornat und mit Gefolge die Tonhalle nach der Pause.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Heinz Erhardt rezitierte der Prinz ein paar Weisheiten, die dem beliebten deutschen Komiker vielleicht gefallen hätten: "Manche Leute wollen glänzen, dabei haben sie keinen blassen Schimmer". Vom Perfektionisten Erhardt könnten auch die frechen Blechbläser ein wenig lernen, dann verschwindet der Humor demnächst vielleicht nicht mehr in einem Schwarzen Loch.

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