Die letzten beiden Abschiedsvorstellungen waren in 30 Minuten ausverkauft.

Die Theaterchefs Oliver Priebe (l.) und Philipp Kohlen-Priebe in der alten Wirkungsstätte an der Ackerstraße.
Die Theaterchefs Oliver Priebe (l.) und Philipp Kohlen-Priebe in der alten Wirkungsstätte an der Ackerstraße.

Die Theaterchefs Oliver Priebe (l.) und Philipp Kohlen-Priebe in der alten Wirkungsstätte an der Ackerstraße.

Theater Flin

Die Theaterchefs Oliver Priebe (l.) und Philipp Kohlen-Priebe in der alten Wirkungsstätte an der Ackerstraße.

Düsseldorf. An der Ackerstraße in Flingern ist der letzte Vorhang gefallen. Das Theater Flin muss umziehen, weil dort, wo es bislang residierte, Wohnungen entstehen. Geist und Gegenstände der alten Spielstätte, wo alles begann, tragen die Theaterchefs Oliver Priebe und Philipp Kohlen-Priebe hinüber zum neuen Standort an der Ludenbergstraße in Grafenberg.

Beim Aufräumen tauchen lang vermisste Dinge wieder au. „Wir haben eine wunderschöne Geige wiedergefunden, die zu den Requisiten für ‚Das Orchester’ von Jean Anouilh gehörte“, sagt Philipp Kohlen-Priebe. „Mit dem Stück haben wir das Theater nach dem Umbau im Jahr 2004 wiedereröffnet.“ Ewigkeiten habe man nach der Geige gesucht. „Sie war hinter ein anderes großes Requisiten-Stück gerutscht.“

Der rote Samtvorhang geht mit nach Grafenberg

Wehmut schleicht sich in diesen Tagen ein. „In den vergangenen drei Wochen haben wir ständig Abschied genommen. Mit „Urmel auf dem Eis“ ist zum letzten Mal ein Kindertheaterstück in Flingern über die Bühne gegangen. „Da kullerte bei uns schon mal ein Tränchen.“ Zum 101. Mal wurde „Fast Faust – oder des Pudels Kern“ aufgeführt. Ein Renner im Kult-Theater Flin mit einer Auslastung von 90 Prozent. Die Abschiedsvorstellungen am 30. und 31. Dezember seien binnen 30 Minuten ausverkauft gewesen, sagen die Theaterchefs.

An der neuen Spielstätte gibt es jedoch genug zu tun. Und die Ablenkung tut gut. „Alte Jugendstilelemente haben wir herausgekratzt und schöne alte Spiegel kamen hinter Farbschichten zum Vorschein.“ Die Jugendstiltheke des einstigen Amüsierbetriebs schaffe nostalgische Atmosphäre. „Das wird ein Schmuckkästchen“, schwärmt Kohlen-Priebe. Auch, weil schöne Dinge aus dem alten Flin mitgenommen werden ins neue „KaBARett Flin“: der breite goldene Spiegel, die vielen Fotos und Zeitungsausschnitte und der tief orangefarben leuchtende Samtvorhang.

„Der historische Vorhang stammt aus dem alten Schauspielhaus an der Jahnstraße, hinter dem schon Gustaf Gründgens und Elisabeth Flickenschildt gestanden haben“, sagt Kohlen-Priebe. Der riesige aus den 50er Jahren stammende Stoff sei einmal geteilt worden. Auch in Grafenberg soll er wieder das Erscheinungsbild des Theaters prägen. Ein paar Sachen jedoch werden sich verändern: So sei nun eine Profi-Küche vorhanden nebst Lizenz zum Gastronomiebetrieb.

Zum Gebäude gehört eine Terrasse, auf welcher die Gäste an milden Tagen die Pausen verbringen könnten. Die Eröffnung des neuen Theaters ist für den 5. März mit Kabarettisten Robert Griess vorgesehen.

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