In „November“ spielt Jochen Busse einen US-Präsidenten wenige Tage vor der Wahl. Ein Stück um Lügen und Intrigen.

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Präsident Smith (Jochen Busse, rechts) wird von seinem Assistenten (Heiko Raulin) und seiner Redenschreiberin (Astrid Kohrs) bedrängt.

Präsident Smith (Jochen Busse, rechts) wird von seinem Assistenten (Heiko Raulin) und seiner Redenschreiberin (Astrid Kohrs) bedrängt.

Jürgen Dehniger

Präsident Smith (Jochen Busse, rechts) wird von seinem Assistenten (Heiko Raulin) und seiner Redenschreiberin (Astrid Kohrs) bedrängt.

Düsseldorf. Keine zwei Wochen vor der Amtsübergabe an Barack Obama, ist im Theater an der Kö wieder "November", die heiße Endphase im US-Wahlkampf beginnt.

Anders als George W. Bush befindet sich US-Präsident Charles Smith (Jochen Busse) nicht in seiner letzten Amtsperiode, er kann und will wieder gewählt werden. Mit aller Macht. Und dafür braucht Smith solvente Freunde und clevere PR-Berater, die ihm sein Amt noch einmal für eine weitere Periode sichern.

Seine Umfragewerte sind im Keller, die Wahlkampfkassen leer und selbst die eigene Partei steht nicht mehr hinter ihm. Der Mann ist ein Auslaufmodell, dem nur noch das Geld eines Truthahnzüchter-Lobbyisten (Thomas Gimbel) und die brillanten Fertigkeiten seiner Redenschreiberin (Astrid Kohrs für die erkrankte Ute Willing) aus der Klemme helfen können.

Für Heinersdorff gab es nur einen möglichen Kandidaten

Für René Heinersdorff, der sich den Anfang 2008 uraufgeführten Dreiakter von US-Autor David Mamet frühzeitig sicherte, war es keine Frage, wer der einzig mögliche Kandidat für diese Rolle sei:

"Ich habe Jochen Busse das Drehbuch geschickt und gesagt, wenn er es nicht macht, mache ich es auch nicht." Busse macht es, "weil das Stück gute Einblicke in die Nöte von Politikern gewährt, ob sie nun Merkel, Brown oder Bush heißen. Das ist alles sehr gut übertragbar."

Der 1947 in Chicago geborene David Mamet ist Autor zahlreicher Drehbücher und Theaterstücke. Darunter "Wenn der Postmann zweimal klingelt", "Die Unbestechlichen" oder "Jimmy Hoffa". Theaterruhm erlangte er mit "Oleanna".

1984 erhielt Mamet den Pulitzer-Preis für sein Drama "Glengarry Glen Ross". das 1992 mit Al Pacino und Jack Lemmon verfilmt wurde. Außerdem erhielt er 1988 gleich zwei Oscar-Nominierungen für das beste Drehbuch zu "The Verdict" und für "Wag the Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt".

2008 sorgte Mamet für Aufsehen, als er in einem Artikel seinen Wandel vom "hirntoten Linken" zum Konservativen bekanntgab.

David Mamet, der Autor von "November", hat schon als Co-Autor des Oscar-nominierten Drehbuchs zum Film "Wag the Dog" messerscharf gezeichnet, welche Abgründe sich unter Umständen hinter der schmucken Fassade des Weißen Hauses auftun können. "Interessant ist dabei vor allem Mamets leichter, etwas respektloser Umgang mit den großen, weltpolitischen Vorgängen. Das Stück hat etwas absolut Literarisches", sagt Heinersdorff.

So stelle Mamet den Präsidenten als jemanden dar, für den die Einrichtungssorgen seiner Frau auf der selben Wichtigkeitsstufe rangieren wie die Entwicklungen im Nahen Osten.

Im Oval Office geht es zu wie bei Hempels unterm Sofa, jeder versucht aus dem Lügen- und Intrigenspiel als Sieger hervorzugehen und Moral, Integrität und Überzeugungen bleiben auf der Strecke. Das Stück ist bei allem Ernst aber eine Farce, mit allen dazu gehörenden dramatischen Stilmitteln. Es gibt jede Menge Verwirrungen, Wortspiele und absurde Wendungen.

Premiere ist morgen um 20Uhr. Weitere Termine: bis 31.Januar täglich um 20Uhr (außer Montag, 12. 19. und 26. Januar), an Sonn- und Feiertagen ab 18Uhr. Karten unter Telefon 0211/32 23 33.

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