Die Bilker Galerie widmet sich der so genannten Urban Art. Ausgestellt werden Arbeiten aus der Graffiti- und Street-Art-Szene.

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Geschäftsführer Klaus Rosskothen mit Werken der Künstler L.E.T. (l.) und B-Toy (r.).

Geschäftsführer Klaus Rosskothen mit Werken der Künstler L.E.T. (l.) und B-Toy (r.).

Bernd Nanninga

Geschäftsführer Klaus Rosskothen mit Werken der Künstler L.E.T. (l.) und B-Toy (r.).

Düsseldorf. Wilde Rastalocken, dazu Hemd und Anzughose - schon Klaus Rosskothens Äußeres sagt klar und deutlich: Widersprüche sind ihm nicht fremd. Eine Haltung, die auch im Pretty Portal, einer Kunstgalerie auf der Brunnenstraße in Bilk rasch spürbar wird:

Hier hängen Arbeiten von Künstlern, denen sonst Hausbesitzer und die Deutsche Bahn zu Leibe rücken, Graffiti, die auf Häuserwänden prangen und denen Pretty-Portal-Geschäftsführer durchaus Künstlerisches abgewinnen kann und die zwischen 50 (Siebdruck) und 3000 Euro (Original) kosten können.

Das Pretty Portal unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den meisten Galerien in Düsseldorf. Wichtigster Punkt: In der Brunnenstraße liegt der Schwerpunkt auf Street- und Urban Art. Rosskothen war früher selbst Graffitisprayer. Heute geht es ihm darum, einen Anlaufpunkt für die Street Art-Szene zu liefern.

Denn: Die Künstler, die ungefragt im öffentlichen Raum agieren, bewegen sie sich oft am Rande der Legalität. "Auf der Straße ist die Kunst fast immer vergänglich. Bei mir finden die Urheber einen Ort, wo sie ihr Werke geschützt zeigen können," sagt Rosskothen.

Zuletzt zeigte das Pretty Portal eine Ausstellung unter dem Namen "Stencils only". Stencils sind Schablonen, welche Künstler auflegen und übersprühen. Die ausgestellten Werke stammten von Künstlern aus Barcelona, Paris, London oder Berlin. Auch die Arbeiten eines Urban Artist aus Düsseldorf mit dem Pseudonym L.E.T waren zu sehen.

Die Bilker Galerie hat sich einen Namen gemacht

Geöffnet ist das Pretty Portal, Brunnenstraße12, von montags bis mittwochs 11 bis 19 Uhr, Donnerstag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr und nach Absprache. Weitere Informationen unter Telefon 41 61 8310.

Statt den hippen Stadtteilen, wie Unterbilk und Flingern oder in Stadtmitte, liegt das Pretty Portal in der Nähe des Bilker S-Bahnhofs. Ein Zufall, sagt Rosskothen, auch wenn die Umgebung von Bahnhöfen die bevorzugte Spielwiese von Sprayern sind. "Man hat hier in Bilk zwar nicht viele Galerien, aber eine interessante Kunstachse gibt es durchaus." erklärt der Geschäftsführer.

Eröffnet wurde das Pretty Portal im Jahre 2007. Inzwischen hat sich die Galerie mit ihrer eigenen Schwerpunktsetzung in der Düsseldorfer Kunst- und Kulturszene einen Namen gemacht.

Neben dem Festival der Off-Szene, "Vierwändekunst" gibt es auch Kooperationen mit dem Open-Source-Festival, dem Treffpunkt für elektronische und alternative Musik. Dort war Rosskothen bereits zwei Mal mit einem Stand vertreten. Und auch an der Nacht der Museen beteiligt er sich mit seiner Galerie seit 2008.

Morgen lädt das Pretty Portal zu einer Vernissage der Ausstellung "Duality" des Franzosen Artist Remed. Beginn ist um 19Uhr, die Ausstellung dauert bis zum 19. November.

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