Die 29-Jährige inszeniert „Wie es euch gefällt“ von Shakespeare. Am Samstag ist Premiere.

Schauspielhaus
Leer und karg wirkt das Büro von Theaterchef Holm, der als Intendant aufhört. Künstlerkollegen wie Hausregisseurin Nora Schlocker haben sich von dem Schock erholt: „Es macht wieder Freude, Theaterarbeit zu leisten.“

Leer und karg wirkt das Büro von Theaterchef Holm, der als Intendant aufhört. Künstlerkollegen wie Hausregisseurin Nora Schlocker haben sich von dem Schock erholt: „Es macht wieder Freude, Theaterarbeit zu leisten.“

Melanie Zanin

Leer und karg wirkt das Büro von Theaterchef Holm, der als Intendant aufhört. Künstlerkollegen wie Hausregisseurin Nora Schlocker haben sich von dem Schock erholt: „Es macht wieder Freude, Theaterarbeit zu leisten.“

Düsseldorf. Am Theater ist es wie im wahren Leben – Herausforderungen, deren erfolgreiche Bewältigung einen Ritterschlag versprechen, sind meist Chefsache. Unter den Dramatikern ist wohl Shakespeare derjenige, an dem sich viele Regisseure, zumeist die Intendanten, generationsübergreifend abarbeiten. Das war bei Staffan Holm, dem scheidenden Generalintendanten des Düsseldorfer Schauspielhauses so, seiner Vorgängerin Amélie Niermeyer und auch an anderen Häusern. Sagt Nora Schlocker.

Es ist das zweite Jahr der 29 Jahre alten Hausregisseurin des Düsseldorfer Theaters und, so meint sie, Zeit, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. „Shakespeare zu machen, ist eine große Sehnsucht von mir“, sagt sie. Und während sie gestern im leergeräumten Intendantenbüro über die bevorstehende Premiere von Shakespeares „Wie es euch gefällt“ spricht, erklärt sie ihre Sicht auf das Theater im Allgemeinen und im Besonderen mit so viel Zuversicht, dass man der Aufführung am Samstag mindestens gespannt entgegenblickt.

„Wir Theaterleute müssen uns die Frage stellen, wie es uns gelingen kann, die Zuschauer zu verführen.“ Eine unausgesprochene Vereinbarung schlössen Ensemble und Zuschauer, wenn sie sich einem Theaterabend hingäben.

In dem Stück stehen ausschließlich Männer auf der Bühne

Theater pur, das sei Shakespeare und „Wie es euch gefällt“ eines seiner „murksigsten“ Stücke, meint Schlocker. Eine Komödie und doch existenziell: Im Ardenner Wald verbergen sich politisch Verfolgte, finden Paare zu einander, aus Liebe oder weniger poetischen Gründen.

In Schlockers Inszenierung werden alle Rollen von Männern gespielt – in Anlehnung an Shakespeare, der ausschließlich Männer auf der Bühne einsetzte. „Man lächelt darüber, vergisst vielleicht aber auch schnell, dass hier Männer Frauen spielen und stellt fest: Das Geschlecht ist für eine Rolle nur sehr bedingt maßgeblich“, sagt Schlocker, die dabei vor allem an die Figur der Rosalind denkt. „Sie nimmt in dem Stück die Gestalt eines Mannes an und kann damit gar nicht mehr aufhören.“ Die Rolle der Rosalind spielt Florian Jahr, der zuletzt in Shakespeares „Richard III“ in Düsseldorf zu sehen war.

„Wie es euch gefällt“ hat Samstag, 19.30 Uhr, Premiere. Wie lang das Stück dauert, war gestern noch offen, vermutlich länger als 1,5 Stunden, eine Pause wird es nicht geben.

 

„Wie es euch gefällt“ ist die erste große Premiere im neuen Jahr und seit dem Rückzug von Holm. Der Schock, der daraufhin die Kollegen packte, ist anscheinend überwunden. „Wir sind darüber hinweg“, sagt Schlocker. „Wir haben wieder Freude Theater zu machen, auch wenn man noch manchmal daran denkt.“

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