Schauspielhaus
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dpa

Düsseldorf. Um der anhaltenden öffentlichen Diskussion um das Düsseldorfer Schauspielhaus und die Probleme in der Führungsspitze entgegenzuwirken, haben die Mitarbeiter einen offenen Brief verfasst, worin sie um Besonnenheit in der öffentlichen Berichtserstattung über die Neuausrichtung des Theaters aufrufen.

Lesen Sie hier den gesamten offenen Brief der Mitarbeiter:

Wir, die Mitarbeiter des Düsseldorfer Schauspielhauses, arbeiten täglich mit Freude und Engagement daran, für die Bürger und Besucher dieser Stadt Theater zu machen, das gesellschaftlich relevant und dabei unterhaltend ist.

Das Programm unseres Hauses wird in seiner Bandbreite von Publikum wie Presse zunehmend positiv aufgenommen; die Auslastungszahlen sind spürbar gestiegen, und auch bei Festivals oder auf Gastspielen sind unsere Produktionen erfolgreich. Darüber freuen wir uns sehr, schien doch die schwierige Situation, in der unser Theater sich durch Burnout und Rücktritt Staffan Valdemar Holms befand, überwunden.

Mit wachsender Besorgnis beobachten wir daher seit einigen Wochen die Darstellung unseres Theaters in Presse und Öffentlichkeit, die den Eindruck erweckt, man wolle eine Krise regelrecht herbeischreiben und kulturpolitische Machtkämpfe auf dem Rücken des Düsseldorfer Schauspielhauses austragen. Es gibt keine künstlerische Krise.

Die Krise ist eine der Kulturpolitik der Stadt Düsseldorf und der Landesregierung, die es versäumt haben durch eine rasche Entscheidung Zeichen zu setzen. Missstände sollen und müssen geprüft und öffentlich thematisiert werden! Aber die Ursachen und Verantwortlichen für finanzielle Defizite sind von den unabhängigen Wirtschaftsprüfern noch nicht benannt worden.

Und die Spekulationen und kürzlich erschienenen Falschmeldungen und Dementi betreffend einen neuen Intendanten sorgen nur für Irritation. Die Situation gipfelt nun in Meldungen, dass der ehemals als adäquat gehandelte Interimsintendant Manfred Weber an der Spitze des Theaters abgelöst werden soll. Die Spielzeit 2014/15 ist bereits geplant und könnte von einem - weiteren - Interimsintendanten bestenfalls verwaltet werden.

Wir, die Mitarbeiter des Düsseldorfer Schauspielhauses, empfinden diese Vorgänge als in höchstem Maße destabilisierend, störend und hinderlich für unsere Arbeit. Wir fordern darum, die Auseinandersetzung um die Neuausrichtung des größten Sprechtheaters in NRW nicht mehr durch die Presse und auf dem Rücken von uns und unserem Publikum auszufechten.

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