Der Sohn von Kurt Horres inszeniert „Das Gesicht im Spiegel“.

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Regisseur Gregor Horres ist bekannt für eindringliche Inszenierungen zeitgenössischer Stücke.

Regisseur Gregor Horres ist bekannt für eindringliche Inszenierungen zeitgenössischer Stücke.

Hans Jörg Michel

Regisseur Gregor Horres ist bekannt für eindringliche Inszenierungen zeitgenössischer Stücke.

Düsseldorf. Der gebürtige Düsseldorfer Gregor Horres, Sohn des ehemaligen Rheinopern-Intendanten Kurt Horres, kehrt in seine einstige Heimat zurück, um eine zeitgenössische Oper zu inszenieren. "Das Gesicht im Spiegel" heißt das Stück des Komponisten Jörg Widmann (geboren 1973) nach einem Libretto von Roland Schimmelpfennig. Es geht um das moderne Thema Klonen, aber nicht aus naturwissenschaftlicher Sicht, sondern aus dem Blickwinkel der sozialen Verantwortung.

Die Verantwortung bei der Erschaffung eines Kunstmenschen

Als Science-Fiction versteht Gregor Horres die Thematik nicht unbedingt. "Klonschaf Dolly ist ja ein sehr reales und heutiges Phänomen", sagt der Regisseur. Außerdem gehe es in dem Stück vor allem um die menschliche und psychische Konsequenz, die das Klonen eines Menschen (hier: die Chefin eines Konzerns) nach sich ziehen würde.

Die Frage sei doch: "Wie gehen wir damit um, wenn wir ein menschliches Wesen haben, für dessen Handeln wir uns verantwortlich fühlen müssen?" Im Stück werde das Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren durcheinandergebracht. "Das unschuldige Klon-Wesen löst geradezu ein Strindberg-Drama aus." Horres inszeniert zwar auch klassische Opern, widmet sich aber verstärkt der Moderne.

Am Theater Mönchengladbach inszenierte er unlängst den "Oedipus" von Wolfgang Rihm und die deutsche Erstaufführung von Friedrich Cerhas "Der Riese vom Steinfeld". Zu seinem Repertoire zählen auch Alban Bergs "Wozzeck" und Paul Dessaus "Einstein".Von der barock-klassisch-romantischen Spielplantradition abzuweichen, betrachtet Horres als starkes Anliegen: "Zeitgenössische Stücke sind unsere Zukunft", sagt der Regisseur, der seit 2008 Szenische Gestaltung an der Bremer Hochschule für Künste unterrichtet. An modernen Stücken reize ihn besonders die unmittelbare Beziehung zu heutigen Problemen.

Premiere ist Samstag, 27. März, 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen am 1., 7., 11., 17. und 23. April. Dauer: 2 ¾ Stunden, 1 Pause. Karten und Infos unter Telefon 0211/8 92 52 11 oder im Netz.

Gregor Horres wurde in Düsseldorf geboren. Seit 1991 arbeitet er an verschiedenen Häusern, wie etwa dem Staatstheater Darmstadt, sowie den Stadttheatern Freiburg und Bielefeld.

In der Spielzeit 2005/06 inszenierte er "La traviata" (Verdi), "Der Kreidekreis" (Zemlinsky), "Einstein" (Dessau) und "Un ballo in maschera" (Verdi) an verschiedenen Bühnen. In den vergangenen Jahren setzte er "Der fliegende Holländer" (Wagner) in Mannheim, "Rigoletto" (Verdi) in Hagen und "Wozzeck" (Berg) in Innsbruck in Szene.

 

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