"Film ab" heißt das neue Stück im Theater an der Kö.

wza_1403x1228_650638.jpeg
Dorkas Kiefer, Ralf Komorr (hinten li), René Heinersdorff, Anja Kruse und Carsten Speck stehen ab morgen in „Film ab“ auf der Bühne.

Dorkas Kiefer, Ralf Komorr (hinten li), René Heinersdorff, Anja Kruse und Carsten Speck stehen ab morgen in „Film ab“ auf der Bühne.

Bernd Schaller

Dorkas Kiefer, Ralf Komorr (hinten li), René Heinersdorff, Anja Kruse und Carsten Speck stehen ab morgen in „Film ab“ auf der Bühne.

Düsseldorf. Es ist der Klassiker: Ein Mann verkraftet seine Scheidung nicht und hängt sich vor den Fernseher. Filme nonstop sollen ihn vom Liebes-Scheitern ablenken. Doch Remberts (so heißt der arme Kerl) frei gewählter Rückzug verschafft nicht die erwartete Zerstreuung, sondern beschert puren Stress, denn unverhofft geraten Wirklichkeit und Filmwelt durcheinander.

In seinem neuen Theaterstück "Film ab" gibt René Heinersdorff, Chef des Theaters an der Kö, Regisseur und Mime, das Spielkind. Er lässt Akteure aus Filmen heraustreten und Figuren aus der Wirklichkeit die fiktive Welt aufmischen. "Das hört sich komplizierter an, als es sich auf der Bühne darstellt", sagte Heinersdorff am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Stücks.

Bühnengeschehen wird auf eine Videoleinwand übertragen

Technisch gestaltet sich das Ganze wie folgt: Hinter der eigentlichen Bühne wird eine zweite, für den Zuschauer nicht einsehbare Bühne eingerichtet. Dort sind die Filmdarsteller (Anja Kruse und Ralf Komorr) zugange, deren Tun auf den Fernseher übertragen wird, vor welchem Rembert (René Heinersdorff) auf der ersten Bühne hockt.

"Wir übertragen das Filmgeschehen live auf eine Leinwand", sagt Heinersdorff. Richtig bunt wird es, als sich Rembert in Killy Springs (Anja Kruse) verliebt und der Star sein Filmdasein gegen echte Existenz eintauscht.

"Das neue Stück ist ein Versuch, die von mir seit Jahren in Theaterstücken beobachtete Videomanie anders zu betrachten", sagte Heinersdorff. "Meist wird Video als rein ästhetisches Mittel eingesetzt und ist für die Handlung völlig bedeutungslos. Bei uns ist es genau das Gegenteil: Ohne die Videoübertragung ist das Stück nicht zu verstehen."

1985 hat Woody Allen in seinem Film "Purple Rose of Kairo" eine Kellnerin in die Kinowelt flüchten lassen. Daraufhin verlässt eine Filmfigur die Leinwand und treibt sich in der Wirklichkeit herum, was aber schief geht.

"Film ab" hat am Donnerstag, 20 Uhr, im Theater an der Kö Premiere; gespielt wird es bis 23. März; täglich (außer montags) um 20Uhr, sonn- und feiertags, 18Uhr. Infos unter Tel.322333 oder www.theateranderkoe.de

Neben den Schauspielern Anja Kruse und Ralf Komorr stehen auch Carsten Speck und Dorkas Kiefer auf der Theaterbühne. Carsten Speck hat zudem mit einem Freund zusammen die Musik komponiert, die im Stück immer dann eingespielt wird, wenn die Handlung in der Filmwelt spielt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer