Regisseurin Barbara Klimo hat viel gestrichen und einiges erfunden – und schuf eine überzeugende „Zauberflöte“ für Kinder.

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Papageno (Richard Sveda) und seine Papagena (Alma Sadé) müssen in der Kinderversion der Zauberflöte auf ihr Happy End nicht lange warten.

Papageno (Richard Sveda) und seine Papagena (Alma Sadé) müssen in der Kinderversion der Zauberflöte auf ihr Happy End nicht lange warten.

Heller

Papageno (Richard Sveda) und seine Papagena (Alma Sadé) müssen in der Kinderversion der Zauberflöte auf ihr Happy End nicht lange warten.

Düsseldorf. Es ist ein langer, prüfungsreicher Pfad, den Papagena (Alma Sadé) und Papageno (Richard Sveda) beschreiten müssen, bis sie sich endlich in den bunt gefiederten Armen liegen dürfen. Bevor sie ihr Liebesglück genießen können, sind allerlei magisch aufgeladene Momente auszuhalten, die ihnen Mozart und Librettist Emanuel Schikaneder in den Weg gestellt haben. Noch heikler ergeht den Königskindern Tamino (Michael Pflumm) und Pamina (Julia Elena Surdu). Auch ihr Happy End ist von so manchem Hindernis flankiert.

Mozarts "Zauberflöte" dauert normalerweise mehr als zwei Stunden. In diesem speziellen Fall hat jedoch Regisseurin Barbara Klimo eine verkürzte Form des Singspiels geschaffen, denn die neue Produktion der Rheinoper, die gestern Premiere feierte, richtet sich an Kinder, genauer gesagt an ein Publikum ab sechs Jahren.

Klimo hat großzügig gestrichen und nur die Höhepunkte stehenlassen. Hinzu kommen allerlei frei erfundene Handlungsstränge. So sind Tamino und Papageno zunächst junge Bauarbeiter in blauen Latzhosen und mit Bierflaschen in Händen. Sie werden von der Königin der Nacht (Lisa Griffith) verhext und mental in ein Zauberreich entführt. In einem geheimnisvollen Buch liest Papageno, wer er nun ist - "Der Vogelfänger bin ich ja!"

Die jungen Zuschauer verfolgen das Geschehen hochkonzentriert

Die Regisseurin nutzt die modernen Wahrnehmungsformen und verdeutlicht etwa die Feindschaft zwischen Tempelpriester Sarastro (Adam Palka) und der Königin der Nacht, indem sie stumme, slapstickartige Einlagen präsentiert, in denen die Beiden miteinander zanken.

Die Kinder sitzen auf mit Stoff bezogenen Hockern und verfolgen das Geschehen hochkonzentriert. Darsteller, Bühne (Sarah Büchel) und Kostüme (Frank Bloching) nehmen die jungen Zuschauer merklich gefangen. Die sängerischen Leistungen bewegen sich zwar nicht unbedingt auf Spitzenniveau, aber dafür gelingt die Einbeziehung des kindlichen Publikums ganz famos. Zauberflöte und Zauberglöckchen dürfen angefasst und eine Papageno-Feder mit nach Hause genommen werden. Das macht die Inszenierung kindgerecht. Dabei kommen die musikalischen Schönheiten des Stücks nicht zu kurz - auch dank des reizvollen Arrangements der Partitur für Klavier, Flöte, Fagott und Glockenspiel (Leitung: Christoph Stöcker).

Wegen der großen Nachfrage bietet die Oper zusätzliche Aufführungstermine im März an: 21., 24., 28. und 29. März, jeweils 11Uhr.
Alle anderen Vorstellungen sind ausverkauft.
Dauer: 1,15 Stunden, Heinrich-Heine-Allee.
Karten: zehn Euro, Telefon 892-5211.

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