Peter Millowitsch über Autorennen, Familientradition und seine Regiearbeit für „Taxi, Taxi“ an der Komödie.

Interview
Peter Millowitsch führt Regie bei „Taxi, Taxi“.

Peter Millowitsch führt Regie bei „Taxi, Taxi“.

Komödie

Peter Millowitsch führt Regie bei „Taxi, Taxi“.

Düsseldorf. Der Kölner Komödiant und Regisseur Peter Millowitsch, Spross einer Familientheater-Dynastie, ist wieder zu Gast in Düsseldorf. In der Neuproduktion des Schwanks „Taxi, Taxi“ von Robin Ray Cooney der Komödie an der Steinstraße führt Millowitsch Regie.

Herr Millowitsch, Ihre familiäre Theatertradition reicht ja mehr als 200 Jahre zurück. Stammt nicht einer Ihrer Vorfahren aus Düsseldorf?

Peter Millowitsch: Mein Großvater wurde in Düsseldorf geboren, und zwar im Haus, wo heute das Uerige drin ist.

Kannten Sie ihn?

Millowitsch: Nein, er ist vor meiner Geburt gestorben.

Geboren 1949 in Köln, als Sohn von Willy und Gerda Millowitsch, übernahm Peter Millowitsch schon im Alter von acht Jahren eine Rolle auf der Bühne des familieneigenen Millowitsch-Theaters. In den 70er Jahren spielte er in mehreren Filmkomödien mit und ist auch sonst gelegentlich im Fernsehen präsent. Heute ist er Leiter des privaten Millowitsch-Theaters.

Die Neuproduktion von „Taxi, Taxi“ startet am 22. November, 20 Uhr, in der Komödie an der Steinstraße. komoedie-steinstrasse.de

Sie interessieren sich nicht nur für Theater, sondern auch für schnelle Autos, seit wann?

Millowitsch: Autos und Motorräder waren schon immer mein Ding. Ich bin selber Rennen gefahren, Langstrecken auf dem Nürburgring. Beim 24-Stunden-Rennen im Jahr 1999 habe ich sogar gewonnen im Bereich bis Zwei-Liter-Turbo.

Gibt es auch Komödien über Autos?

Millowitsch: Action-Filme über Autos gibt es. Komödien – weiß ich jetzt nicht.

Na ja, „Taxi, Taxi“ gibt es, aber die Turbulenzen haben wohl nichts mit dem entsprechenden Wagen zu tun, oder?

Millowitsch: Wenn ein Taxifahrer ein Doppelleben führt und die Doppelleben Kontakt zueinander bekommen, dann geht die Post ab. Das kann man sich ja vorstellen bei einem Mann mit zwei Frauen und zwei Wohnungen.

Was erfordert das Stück vom Regisseur?

Millowitsch: Kenntnis darüber, wie Theater funktioniert. Da ich das seit fast 50 Jahren mache, bilde ich mir ein zu wissen, wie diese Art von Theater funktioniert. Vom Boulevardstück zum Schwank ist es ja nur ein kleiner Schritt.

Wo liegt denn der Unterschied?

Millowitsch: Er ist marginal, aber es gibt verschiedene Entstehungsgeschichten. Der Schwank ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem bürgerlichen Theater heraus entstanden. Das Boulevardstück kommt aus dem angelsächsischen Raum. Als wir entstanden sind, gab es nur Schwänke.

Und zu welcher Sorte gehört „Taxi, Taxi“?

Millowitsch: Das Stück ist ein Zwitter, aber tendenziell mehr ein Schwank.

Was haben Sie von Ihrer Familie gelernt, insbesondere von Ihrem Vater Willy Millowitsch?

Millowitsch: Das ist ganz schwer zu sagen. Denn Lernen hat ja eigentlich mit hinsetzen und lernen zu tun. Das Theaterspiel habe ich aber mehr wie atmen und sprechen gelernt. Dabei lernt man zwar, aber man merkt nicht, dass man lernt.

Was hat sich eigentlich in den vergangenen Jahrzehnten in den Komödientheatern verändert?

Millowitsch: Vom Tempo her hat sich viel verändert. Das ist ein ganz anderes geworden. Wenn ich heute Aufzeichnungen aus den 70er Jahren sehe, wirkt das alles ganz langsam und behäbig.

Warum ist das Tempo heute höher?

Millowitsch: Das kommt vom Fernsehen, von MTV mit den Videoclips. Bei denen ist mir das hohe Tempo aufgefallen. MTV hat vorgelegt, die Theater haben nachgezogen.

Machen Sie dabei mit?

Millowitsch: Wohl oder übel. Ich kann nicht anders, weil die Leute sich sonst langweilen.

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