Ulrike Groos geht nach Stuttgart, Direktor wird Gregor Jansen.

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Die alte Leiterin der Kunsthalle und ihr Nachfolger: Ulrike Groos und Gregor Jansen.

Die alte Leiterin der Kunsthalle und ihr Nachfolger: Ulrike Groos und Gregor Jansen.

Meister

Die alte Leiterin der Kunsthalle und ihr Nachfolger: Ulrike Groos und Gregor Jansen.

Düsseldorf. Die Kunsthalle Düsseldorf verdankt ihre Existenz den Künstlern, denn der einstige Kulturdezernent der Stadt und heutige Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff wollte das Gebäude am Grabbeplatz am liebsten verkaufen. Maler und Bildhauer waren es, die das Haus mit ihren Protesten retteten.

Sie sitzen seitdem im Verwaltungsrat und gehörten jetzt zur Jury, die den neuen Leiter kürte. Gregor Jansen (44) ist der Mann ihrer Wahl. Er löst Ulrike Groos (46) ab, die nach acht Jahren in Düsseldorf das Kunstmuseum Stuttgart übernimmt.

Der Neue arbeitete als Ausstellungsmanager, Kurator, Dozent, Kunstkritiker und Publizist. Seit 2005 leitete er das Museum für Neue Kunst in Karlsruhe, eine Abteilung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM). Er stammt aus dem Rheinland und gilt als Kenner der Gegenwartskunst. Er erlebte noch die letzten Kunsthallen-Ausstellungen unter Jürgen Harten, dem Vorvorgänger.

Damals war dieses Kulturinstitut das erste Haus am Platz. Seitdem ist der Etat auf 1,331Millionen Euro geschrumpft. Jansen möchte an die internationalen Schauen von einst anknüpfen und die Kunst aus den Benelux-Ländern und Frankreichs mit denen des Rheinlands verknüpfen.

Jansen war der Wunschkandidat nicht nur der Künstler, sondern der Stadtspitze. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe lobt dessen Kontakte zu China und Japan, was für die asiatische Kolonie in der Landeshauptstadt wichtig ist. 2005 hielt er sich vier Monate lang in Peking auf, die Ergebnisse führten zu einer Ausstellung "Totalstadt Beijing Case" am ZKM.

Die Düsseldorfer Quadriennale trägt noch Groos’ Handschrift

Mit viel Beifall wurde Ulrike Groos verabschiedet. Als Kunst- und Musikfachfrau hatte sie versucht, die Grenzen zwischen bildender Kunst und Musik aufzulösen und neue Besucherschichten ans Haus zu binden. Ihre Retrospektiven zu Gerry Schum, Danica Dakic, Palermo und Meuser tourten durch wichtige Museen.

Sie war omnipräsent in der Szene und arbeitete zugleich als Kuratorin auch international. Das Programm zur Düsseldorfer Quadriennale im kommenden Jahr trägt noch ihre Handschrift. Projekte zu Broodthaers, Katharina Grosse und Dirk Skreber sind geplant. Alle drei Künstler begannen in Düsseldorf ihre Karriere oder wurden hier entdeckt.

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