Robert Fleck richtet mit Studenten eine Video-Schau am Burgplatz ein.

„Bewegung im Dunkeln“, eine Performance von Nan Hoover aus dem Jahr 1978. Foto (c): Nan Hoover Foundation und Hye-Mi Kim
„Bewegung im Dunkeln“, eine Performance von Nan Hoover aus dem Jahr 1978. Foto (c): Nan Hoover Foundation und Hye-Mi Kim

„Bewegung im Dunkeln“, eine Performance von Nan Hoover aus dem Jahr 1978. Foto (c): Nan Hoover Foundation und Hye-Mi Kim

„Bewegung im Dunkeln“, eine Performance von Nan Hoover aus dem Jahr 1978. Foto (c): Nan Hoover Foundation und Hye-Mi Kim

Düsseldorf. Nan Hoover (1931-2008) war von 1987 bis 1996 Professorin für Video und Film an der Kunstakademie, als Nachfolgerin von Nam June Paik und zeitgleich mit Bernd Becher. Den Ruhm von Becher und Paik hat sie nie erlangt, obwohl sie Documenta-Teilnehmerin war. Selbst ihre drei Kinder aus Amerika wussten nichts von ihrer Kunst, als sie sich nach dem Tod der Mutter 2008 in Berlin einfanden. Nun holt Robert Fleck die in Düsseldorf fast Vergessene in die Erinnerung zurück. Die Ausstellung hat er im Seminar mit seinen Studenten erarbeitet und zeigt sie in der Akademie-Galerie.

Er feiert sie als Pionierin der Video-Kunst. Sie hat sich ihr Leben allerdings nicht leicht gemacht, besaß nicht den Charme von Paik, nicht die Zielstrebigkeit von Becher, sondern tastete sich eher vorsichtig weiter, wenn man das Werk am Burgplatz betrachtet.

Behutsame Bewegungsabläufe in ihren Licht-Performances

Als sie ihre Heimat New York Knall auf Fall im Jahr 1969 verließ, ging sie nach Amsterdam, damals eine Hochburg der Video-Performance. Irgendwann drückte ihr jemand eine Video-Kamera in die Hand. Die Anfänge waren eher statisch, sie fotografierte sich selbst mit der analogen Kamera, zog das Foto ab und agierte dann mit ihrem Alter Ego im bewegten Bild. Aber das tat sie nicht als Performerin für das Publikum, sondern ausschließlich für die Kamera. Sehr introvertiert wirkt dies.

Im Grunde genommen drehte sich alles um ihren Körper, um die Lady in Weiß und später in Schwarz. Die Wohnung, das Design und nun auch die Ausstellungsräume wirken streckenweise wie eine Dunkelkammer. Vom Aufbruch der Aktionskunst in den Raum, von Protesten oder feministischen Äußerungen keine Spur. Immer wirkt das Ganze wie ein geschlossener Kreislauf, in den der Betrachter nicht so schnell eindringen kann.

1989 bekam ihre Klasse den ersten Digitaldrucker und sollte ausprobieren, was man damit machen kann. Sie fotografierte in der Nacht mit einer analogen Mittelformatkamera, drehte die Farben um und experimentierte. Ungewöhnliche Dinge kamen zum Vorschein.

Man meint, ein blankes Messer auf ihren Händen zu sehen, es handelt sich jedoch nur um einen Sonnenstrahl und zwei aufgeschnittene, aneinandergesetzte Fotos. Oder sie präsentiert auf einem Breitwandbildschirm einen großen Berg. Bleibt man ein paar Minuten vor dem „Bild“ stehen, merkt man die Veränderung. Die Landschaft entpuppt sich als ein liegender Körper, der sich beim Atmen ganz leicht hebt und senkt.

Kurz vor ihrem Tode richtete sie eine Hoover-Stiftung ein. Das ganze Erbe geht dorthin, die drei Kinder gingen leer aus. Eher zufällig entdeckte man in der Kunstakademie ein großes Depositum an Hoover-Arbeiten. Es wurde von der Akademie-Archivarin Dawn Leach betreut. Leach war Hoovers Freundin, sie sitzt heute in der Hoover-Stiftung. Und der Ex-Student Sandro Dukic arbeitet diese Sammlung auf.

>>> Info: Burgplatz, bis 17. 1., 122-18 Uhr

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