Am 25. März von 19 bis 2 Uhr morgens können Besucher Gospel und Rock hören, Kunst betrachten oder schwindelfrei turnen.

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Düsseldorf. Die Nacht der Museen ist längst über sich hinausgewachsen. Beschränkte sie sich anfangs auf die bildende Kunst, so ist sie inzwischen zu einem Gesamtkunstwerk geworden, mit Kunst, Musik, Performances, Filmen und leckerem Essen. Akteure der freien Szene beleben das museale Milieu. Avantgardistische Musik ist ebenso gefragt wie die klassische Kunst.

Die Nacht der Museen lebt von dieser permanenten Verwandlung. Das Flanieren zwischen dem Ehrenhof am Rhein, dem Grabbeplatz als Mittelpunkt der Stadt, den Galerien in Flingern und dem Schloss in Benrath ist so beliebt, dass wieder 25 000 Besucher erwartet werden.

Sie können für 14 Euro 50 Standorte besuchen. Unsere Zeitung begleitet die Veranstaltung als Medienpartner und gibt Tipps für Stammgäste, Neugierige und Familien.

Beginnen Sie den Rundgang bei Otto Dix in K 20 am Grabbeplatz. Mit Dandy-Pose und proletarischer Attitüde startete der junge Künstler seine Jagd auf Menschen. Sein erster Kontakt in Düsseldorf war der Urologe, Sammler und Kunsthändler Hans Koch, dem er in einem Ringtausch die Ehefrau Martha wegschnappte und selbst heiratete, während Koch mit Marthas Schwester vorliebnahm, die dem Koch auch noch Marthas Kinder aufzog. Eine Schau mit brillanten Porträts.

Gehen Sie über die Ratinger Straße in die Altstadt. Auf dem Weg dahin singt um 20 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte die Berliner Schauspielerin Anna von Schrottenberg Lieder von Brecht, Weill und Eisler. Um 21.30 Uhr lesen Ensemblemitglieder des Jungen Schauspielhauses aus den Tagebüchern von Lea Steppel, die 1941 mit einem der letzten Flüchtlingsschiffe nach Amerika emigrierte. Zwischenstopp im Maxhaus, Schulstraße 11. Dort, wo Heinrich Heine zur Schule ging, liest die Chefin des Heine-Instituts, Sabine Brenner-Wilczek, um 19.30 Uhr Texte zu Heine wie „Ja, die Weiber sind gefährlich.“

Zum letzten Mal dabei ist das Boui Boui Bilk. Es gibt trashige oder hochwertigere Ausstellungen, Lichtkunst, aber auch eine Performance mit dem „Wurstpolizisten „Jean d’Arm“ und Kurzfilme.

Erstmals öffnen die Logen an der Uhlandstraße 33 und zeigen, was sich hinter der geheimnisumwitterten Bruderschaft verbirgt. Ab 19 Uhr stehen Freimaurer Rede und Antwort oder führen durchs Haus.

Die Düsseldorfer Spaß-Combo Heavy Gummi tritt um 23.30 und 0.30 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte an der Mühlenstraße auf. Die Musiker sind für ihren Musik-Mix und die ungewöhnliche Instrumentierung mit Waschbrett und Bläsersatz bekannt. Ob Reggae oder Ska, Polka, Blues oder Cumbia, vor ihnen ist kein Musikstil sicher.

Im Hetjens-Museum (Schulstraße) lässt der Comedy-Jongleur Marcus Steck als „Herr Jeminé“ Tassen und Teller fliegen und lädt die Gäste ein, die eigenen Künste zu testen (21 und 22.30 Uhr). Nebenan im Filmmuseum laufen neu vertone Kurz-Stummfilme etwa von Man Ray und Walter Rottmann. Zu den skurrilen, experimentellen und verspielten Streifen gibt es Avantgarde-Musik. Mit von der Partie ist die Düsseldorfer Band „Vibravoid“, die zu psychedelischen Klängen eine Lightshow präsentiert.

Weiter geht es ins Marionetten-Theater (Bilker Straße 7), das erstmals mitmacht. Es bittet hinter die Kulissen auf die Bühne, in die Werkstatt und in den Fundus mit über 500 Figuren. Bei gutem Wetter wird der Innenhof des Palais Wittgenstein mit kurzen Spielszenen belebt, bei schlechtem Wetter im Theatersaal, und zwar ab 23 Uhr alle halben Stunden.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es im Heinrich-Heine-Institut Kabarett vom Feinsten: Martin Maier-Bode vom Kom(m)ödchen ist Autor des gefeierten Programms „Deutschland gucken“. Um 22.30, 23.30 und 0.30 Uhr läuft er als Solokabarettist zur Höchstform auf.

Beenden Sie den Altstadtgang am Rhein, im KIT am Mannesmannufer 1b. Dort lockt der junge Bildhauer Malte Bruns in eine Gespensterschau mit Gesichtern aus Silikon und mit Wadenmuskeln, die im Rhythmus tänzeln. Dazu gibt es Blues, Soul, Jazz und Funk. Oder gehen Sie noch ein paar Schritte weiter zu K 21 ins ehemalige Ständehaus. Dort können Sportbegeisterte in das raffinierte Netz von Tomás Saraceno unter der Kuppel steigen und sich in die Tiefe katapultieren lassen. Aber keine Angst: Die Netze fangen jedermann auf.

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